Hanns Braun – der erste „Superstar“ der Rothosen

Heute leider ziemlich in Vergessenheit geraten war Hanns Braun vor dem Ersten Weltkrieg einer der populärsten, wenn nicht sogar der populärste deutsche Sportler. Als sportliches Multitalent erlangte er zudem in seinem Beruf als akademischer Bildhauer hohes Ansehen in der Münchner Gesellschaft, vor allem in jenen Kreisen, die sich mit der wachsenden Popularität der verschiedenen Sportarten befassten.

Hanns Braun, am 26. Oktober 1886 in München (andere Quellen sagen in Wernfels) geboren, kam 1902 zum Münchner SC, um Hockey zu spielen. Schon bald erkannte man aber sein läuferisches Talent und in den Folgejahren erzielte er zahlreiche Rekorde und erlang olympische Medaillen:

Als Mittelstreckler stellte er einen Weltrekord (1000 m in 2:26.0 min. 1909) und 13 deutsche Rekorde auf. Neben vielen nationalen und internationalen Titeln wurde Braun bei den Olympischen Sommerspielen 1908 in London Dritter über 800 m und Zweiter mit der Staffel. Ebenso  Silber, dieses Mal über 400m, holte er vier Jahre später bei den olympischen Spielen in Stockholm.

Legendär ist sein Lauf über 800 m 1912 in Stockholm als er gegen sechs US-Amerikaner lief, die ihn taktisch bis zum Ziel einsperrten, so dass er – als großer Favorit – am Ende „nur“ Vierter wurde. Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Lauf aus jener Zeit, der mit solcher Sorgfalt aufgezeichnet wurde. Bei mehreren Revanchen nach den Spielen schlug er seine damaligen Bezwinger regelmäßig.

Trotz seiner Leichtathletik-Erfolge gab er das Hockeyspiel nie auf. Zusätzlich spielte er als Rechtsaußen Fußball bei der „F.A. Bayern im Münchner SC“, wie sich der FC Bayern nach seinem Beitritt 1906 zum MSC nannte (F.A. = Fußballabteilung). Der Beitritt zum MSC machte bekanntermaßen aus den ursprünglich weiß-blauen Bayern die Rothosen, welche sie bis heute sind.

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zählte der MSC – neben dem MTV 1879, dem MEV und Monachia – außerdem zu den vier ersten Münchner Eishockeymannschaften – nicht überraschend, dass Hanns Braun beim MSC auch noch Eishockey spielte.

Der Wikipedia-Eintrag  beschreibt Hanns Braun sehr passend: „Er war sicherlich das, was man hundert Jahre später als Star bezeichnet – nicht im Sinne egoistischer Geltungssucht, sondern mit Respekt und Achtung gegenüber seinen Sportkameraden.“

Hanns Braun kam am 9. Oktober 1918 bei Croix-Fonsommé, nördlich von Saint-Quentin, Frankreich, kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs, an welchem er – wie so viele junge Männer damals – als Freiwilliger teilnahm, als Kampfpilot im Rang eines Leutnants ums Leben.Der 1921 vom süddeutschen Leichtathletik-Verband gestiftete Hanns-Braun-Gedächtnis-Preis ist seit 1951 die höchste Auszeichnung des Deutschen Leichtathletik-Verbands für

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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