FC Bayern gegen FC Augsburg – Fußball-Historie

Auf dem Weg zur achten Deutschen Meisterschaft in Serie treten die Bayern am 25. Bundesliga-Spieltag morgen Nachmittag in der heimischen Arena gegen den Nachbarn aus dem schwäbischen Bayern an. Dabei tritt die im Jahr 2020 beste Mannschaft der fünf europäischen Topligen gegen in diesem Jahr ziemlich schwächelnde Augsburger (vier Punkte und 8:19 Tore aus den Rückrundenspielen) an – Tabellenführer gegen Tabellen-Dreizehnter. Trotz der letzten drei wenig überzeugenden Bundesliga-Auftritte gegen Augsburg und trotz Verletzungspech in der Offensive ist der FC Bayern morgen klarer Favorit.

Vor dem Spiel wirft FC Bayern Total einen Blick auf die Fußballgeschichte, die den FC Bayern mit dem „kleinen Fußballnachbarn“ verbindet. Obwohl der FC Augsburg erst 2011 in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, gibt es zwischen ihm und dem FC Bayern eine wesentlich ältere Geschichte als z.B. zwischen dem FCB und dem BVB, welche erst 1965 zum ersten Mal aufeinander getroffen sind.

Der heutige FC Augsburg ist 1969 aus der Fusion vom TSV Schwaben Augsburg und dem BC Augsburg entstanden. Der 1907 gegründete BC gilt dabei als direkter Vorgänger des FC Augsburg, weswegen 1907 auch als Gründungsjahr des FCA genannt wird.

Während der FC Bayern noch in seinem Gründungsjahr 1900 die Vorherrschaft im lokalen Fußball übernommen hatte, gab es in Augsburg bis zum Beginn der 1920er Jahre stärkere Vereine als den BC oder Schwaben Augsburg. So hießen die ersten Bayerngegner aus Augsburg, wenn es um regionale Meisterschaften ging, MTV Augsburg und TV 1847 Augsburg.

Am 12. September 1920 spielten die Bayern erstmals in der Kreisliga Südbayern (damals die höchste Liga) gegen den BC Augsburg und gewannen ihr Heimspiel an der Leopoldstraße mit 7:2. Das Rückspiel zwei Monate später in Augsburg endete mit einem torlosen Unentschieden.

Bayernplatz Äußere Leopoldstraße, Spiel von 1910

Drei Jahre später kam es zu den ersten Aufeinandertreffen mit Schwaben Augsburg in der Bezirksliga Bayern (ebenfalls die zu dem Zeitpunkt höchste Spielklasse) und beide Spiele endeten mit einem 5:2 für die Bayern. Das Rückspiel in München am Dreikönigstag 1924 wurde übrigens auf dem Teutonia-Platz am Oberwiesenfeld ausgetragen.

Teutonia-Sportanalge

In den nachfolgenden Jahrzehnten waren jene beiden Vereine die Augsburger Protagonisten, wenn es zu „kleinen Lokalderbys“ zwischen den bayerischen Schwaben und dem FC Bayern kam. Die Vorherrschaft im Augsburger Fußball wechselte bis in die 1930er und 1940er Jahre ständig zwischen diesen zwei Vereinen, welche auch Gründungsmitglieder der nach dem 2. Weltkrieg neu geschaffenen Oberliga Süd waren. In den 18 Oberliga-Jahren waren beide Vereine permanente Gegner des FCB, auch wenn man vor allem den BC Augsburg als „Fahrstuhlmannschaft“ bezeichnen konnte.

Beide Vereine trugen damals ihre Heimspiele im Rosenaustadion aus, genau dort, wo auch die Bayern ihr wichtigstes Spiel, welches sie jemals in Augsburg gespielt haben, spielen sollten: Das Pokalfinale am 29. Dezember 1957 vor 44.000 begeisterten Zuschauern. Die Bayern gewannen damals auf Schneeboden gegen die eigentlich favorisierte Fortuna aus Düsseldorf mit 1:0 und holten ihren ersten von mittlerweile 18 DFB-Pokalsiegen. Der Torschütze hieß damals Rudi Jobst. (siehe Titelbild)

Die letzte Oberliga-Saison 1962/63 schlossen die Schwaben als Vorletzter und der BC als Letzter ab. Nachdem aber der FC Bayern – aus sportpolitischen Gründen – auch nicht zu den Bundesliga-Gründungsmitgliedern zählte, spielte man 1963/64 wieder zusammen in einer Liga: Der Regionalliga Süd, eine der fünf Zweiten Ligen der damaligen Zeit. Am Ende der Saison stieg der BC Augsburg in die Drittklassigkeit ab, Schwaben Augsburg zählte dagegen als Vierter zu den Regionalliga-Spitzenteams – und der FCB schaffte es als hoher Favorit nicht, sich in der Aufstiegsrunde für die Bundesliga zu qualifizieren. Dies gelang erst ein Jahr später.

In den folgenden 46 Jahren, bis zum Aufstieg des FCA in die Bundesliga im Jahr 2011, gab es im Männerbereich kein Punktspiel mehr zwischen der ersten Mannschaft des FC Bayern und einer Augsburger Fußballmannschaft. In jener Phase kristallisierte sich eher eine gewisse Rivalität zwischen dem FC Augsburg und dem TSV 1860 heraus.

Am 7. Oktober 1983 kehrten die Bayern dennoch wieder an den Ort ihres ersten Pokal-Triumphs zurück. In der 2. Runde des DFB-Pokals wurde der FC Augsburg, der in der Saison zuvor in die Bayernliga (damals 3. Liga) abgestiegen war, mit 6:0 aus dem eigenen Stadion gefegt. Zu den Torschützen des FCB zählte u.a. Kalle Rummenigge und am Ende der Saison gewann der FC Bayern zum siebten Mal den Pokal.

Nachdem der FCA nach der Saison 1999/2000 sogar für zwei Jahre viertklassig gespielt hatte –  zum Vergleich: Die Bayern gewannen genau in jener Phase die Champions League – gelang ihm in den folgenden neun Jahren der Durchmarsch bis in die 1. Bundesliga.

Seitdem gab es zu den drei Pokalspielen, welche die Bayern alle gewonnen haben, 17 Bundesliga-Duelle: 13 Bayern-Siege stehen zwei Augsburger Erfolgen bei zwei Unentschieden gegenüber, und dies bei einem Torverhältnis von 43:13. Die BL-Heimbilanz des FCB gegen den FCA lautet: 6 Siege / 1 Unentschieden / 1 Niederlage – Torverhältnis 20:4.

Die einzige Heimniederlage stammt vom 9. Mai 2015, an dem der FC Augsburg in München mit 1:0 gewann. Allerdings waren die Umstände damals speziell: Die Bayern hatten unter der Woche mit 0:3 in Barcelona verloren und die Vorgabe gegen Augsburg war: Sich Selbstvertrauen holen ohne sich zu viel Kraft zu lassen. Die Mannschaft hatte damals viele Verletzte, deshalb musste die Topmannschaft spielen – mit einer Ausnahme: Pepe Reina ersetzte Manuel Neuer. Und genau diese Maßnahme von Pep Guardiola sollte sich als fatal herausstellen: Der spanische Ersatzkeeper des FCB wurde sehr früh im Spiel wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen. Das Ende vom Lied: Peps Bayern konnten weder Selbstvertrauen tanken noch Kräfte schonen!

Die Situation für morgen ist eindeutig: Es steht keine Englische Woche bevor und die Bayern werden mit der aktuell bestmöglichen Mannschaft antreten, welche allerdings nach wie vor die Ausfälle von Lewandowski, Coman, Perisic und natürlich Süle zu verkraften hat. Martínez und Hernández dagegen stehen wieder im Kader.

Tipp FC Bayern Total für morgen: 3:0.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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