Der Club Nr. 12 schließt sich der Initiative „Unser Fußball“ an

Servus zusammen.
Wir möchten euch auf „Unser Fußball“ hinweisen.
Ihr findet hier ein von vielen Fans und Fangruppen aus ganz Deutschland erarbeitetes Papier, zu deren Unterzeichnern wir auch gehören.

Die Initiative „Unser Fußball“ fordert Vereine und Verbände auf, die Zukunft des Fußballs grundlegend neu zu gestalten – basisnah, nachhaltig und zeitgemäß.

Die Erklärung:

Unser Fußball – basisnah, nachhaltig, zeitgemäß

Seit Jahren beobachten wir viele Entwicklungen des Profifußballs mit Sorge. Wiederkehrend wurde auf die Notwendigkeit von Veränderungen hingewiesen. Die Corona-Krise hat weitere Schwächen des kaputten Systems Profifußball offenbart. Nun haben auch DFL, DFB und einige Vereinsvertreter Reformen angekündigt. Punktuelle Reformen und die Bekämpfung einzelner Symptome können diesmal aber nicht die Lösung sein. Die Zeit ist gekommen, den Profifußball grundlegend zu verändern. Wir alle wollen einen neuen Fußball:

Unser Fußball – ein fairer Wettbewerb

Faire Rahmenbedingungen sind die Grundlage eines attraktiven Wettbewerbs. Die Schere zwischen großen und kleinen Vereinen geht allerdings immer weiter auseinander. Um den Wettbewerb wieder deutlich ausgeglichener zu gestalten, bedarf es grundlegender Änderungen – sowohl auf nationaler, als auch auf europäischer Ebene. Unser Fußball zeichnet sich durch eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder, die Einführung eines nationalen Financial Fairplays und die eindeutige Begrenzung von Investoreneinflüssen aus.

Unser Fußball – ein gesellschaftliches Vorbild

Mit seiner enormen Strahlkraft kommt dem Fußball eine große gesellschaftliche Verantwortung zu. Eine Verantwortung, der er leider allzu oft nicht gerecht geworden ist. Unser Fußball macht sich im Sport und in der Gesellschaft für Menschenrechte und Vielfalt stark. Er setzt sich konsequent gegen Diskriminierung ein und bekämpft Korruption ernsthaft. Als gesellschaftliches Vorbild handelt unser Fußball sozial nachhaltig und wird seiner ökologischen Verantwortung gerecht.

Unser Fußball – demokratisch & wirtschaftlich nachhaltig

Kurzfristiges Denken und schlechtes Wirtschaften müssen der Vergangenheit angehören. Mit eingetragenen Vereinen als Basis und demokratisch-transparenten Entscheidungsprozessen muss sich der Fußball zukunftsfähig aufstellen. In unserem Fußball gehören die Vereine Dank der 50+1-Regel ihren Mitgliedern. Ein auf langfristige Stabilität ausgelegtes Wirtschaften ist für diese Vereine in allen Ligen möglich. Wirtschaftlich nachhaltiges Handeln und die Bildung von Rücklagen sind fest in den Lizenzierungsverfahren verankert.

Unser Fußball – lebt durch seine Fans

Statt sich immer weiter von seiner Basis zu entfernen, müssen Fans als elementarer Bestandteil des Fußballs anerkannt werden. Als Publikumssport lebt er von einer vielfältigen Fankultur im Stadion. Unser Fußball fördert selbstorganisierte Fankultur und berücksichtigt Faninteressen durch verbindliche und kontinuierliche Beteiligungsprozesse. Er zeichnet sich unter anderem durch sozialverträgliche Ticketpreise, ein inklusives Stadion und fangerechte Anstoßzeiten aus.

Weitermachen wie vor der Krise darf keine Option sein. Wir wollen nicht zurück zu einem kaputten System. Wir fordern Vereine und Verbände auf, vor dem Beginn der kommenden Saison zu handeln. Dazu braucht es einen glaubhaften Grundsatzbeschluss sowie die Einleitung konkreter Reformen: Die Zukunft des Fußballs muss grundlegend neu gestaltet werden – basisnah, nachhaltig und zeitgemäß.


Nach dem Abschluss der Saison 2019/20 wird die Erklärung mit allen Unterzeichnenden an die Deutsche Fußball Liga und den Deutschen Fußball-Bund übergeben.

Original-Website: https://unserfussball.jetzt/?fbclid=IwAR0OnsKyxWJNmgOEBZluiVuv5RSnOinl87ZUpUUlUp9vB_DZsrLayFQEjT0

Veröffentlicht von gastautorfcbtotal

Gastautoren von FC Bayern Total

8 Kommentare zu „Der Club Nr. 12 schließt sich der Initiative „Unser Fußball“ an

  1. Haben die Fanszenen mit vielen Bemerkungen, Behauptungen recht? Ja – natürlich!

    Überziehen sie aber mit ihren Forderungen? Ja – absolut!

    Sind auch sie selbst ein Teilproblem des aktuellen „kaputten Profifußballs“? Ja, leider. Dieses Gefühl habe ich schon.
    Denn es scheint heutzutage ein gesellschaftliches Massenphänomen zu sein, dass sich fast alle viel zu wichtig nehmen und egoistisch ausschließlich ihre eigenen Ziele verfolgen. Die Fanszenen machen da leider mitnichten eine Ausnahme.

    Wie steht denn FC Bayern Total selbst zu dieser Aktion?

    PS: Ich freue mich auf das heutige Derby, welches ja, wenn man den (maßlosen) Forderungen dieser Fans Folge leisten würde, gar nicht stattfinden würde. Guter Ansatz, jämmerliche Umsetzung – sorry, große Chance vertan.

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    1. Wie steht FCB Total zu dieser Aktion?
      Grundsätzlich nicht so viel anders als du, vielleicht nicht ganz so krass.

      Speziell beim Punkt „Unser Fußball – ein fairer Wettbewerb“ stellt es natürlich vielen Bayernfans die Nackenhaare auf, wenn man vor allem folgende Ausführung liest:
      „Unser Fußball zeichnet sich durch eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder, die Einführung eines nationalen Financial Fairplays …“
      Dass das Fanszenen anderer Vereine fordern mögen, ist durchaus nachvollziehbar. Wenn man sich aber die Realität => https://fussball-geld.de/fernsehgelder-tabelle/ vor Augen führt, sollten gerade dem FCB nahe stehende Organisationen anders argumentieren. Die Verteilung der nationalen TV-Gelder ist in Deutschland fairer als in jedem anderen Land. Das sollte man wissen!

      Zudem ist FCB Total der Meinung, dass eigentlich das Krisenmanagement von DFB / DFL aktuell sehr gut funktioniert und nicht, dass „die Corona-Krise weitere Schwächen des kaputten Systems Profifußball offenbart hat…“
      Dieser Vorwurf ist eher dem internationalen Fußball (speziell in England, Spanien und Italien, aber auch in Paris) zu machen.

      Ein Alleingang des DFB zu Lasten des FC Bayern? Weniger Dominanz in Deutschland und Bedeutungslosigkeit international? Will das der C12 tatsächlich?

      FCB Total hat die Tabelle mit der Verteilung der nationalen TV-Gelder bereits vor ein paar Tagen auf Facebook gebracht und dort war die Reaktion der Bayernfans ganz anders als die Meinung des C12 …

      Ein schwieriges Thema, weil der Fußball als wichtiger Teil unserer Gesellschaft natürlich ein Problem hat, das gleiche Problem wie die gesamte Gesellschaft … Und er löst sogar seine Probleme wesentlich besser als viele andere Bereiche und Branchen, bekommt aber trotzdem überdimensional viel Kritik ab.

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      1. Das mit den TV-Geldern ist in der Tat sehr interessant und erinnert in der falschen Darstellung an die angeblich „falsch verwendeten Corona-Tests“ beim BL-Re-Start. Diese falsche Darstellung hat sich ja auch bis in die Gegenwart hineingezogen.

        Ich hab mir mal den „Spaß“ erlaubt und gezählt, welche Fanszenen denn beim Unterzeichnen die aktivisten waren … Darauf bin ich gekommen, weil 3 Gruppierungen durchaus mit einer langen Liste aufgefallen sind.

        Stand jetzt gerade (24.6.; 12:45) haben sich 1082 Fanclubs / -gruppierungen eingeschrieben.
        Satte 189 (17,5%) sind Gladbacher, je 102 VfB und FCB (je 9,4%). Zusammen 36,3%, also weit über ein Drittel.

        Und jetzt bringe ich das mal mit den TV-Geldern in Zusammenhang: Borussia Mönchengladbach steht erstaunlich weit oben in der Geldtabelle – und gerade deren Fans opponieren dagegen? Sehr komisch, haben doch die Borussen derzeit sportlich ihre beste Phase seit Jahrzehnten.

        In Stuttgart läuft ja aktuell insgesamt sehr viel schief …

        Tja, und dann die Bayernfans: Wenn man als Münchner ein bisschen Ahnung hat, dann weiß man, dass von den Unterzeichnern viele zusammenhängen. Stand jetzt sind es gerade einmal ca. 2-3% der FCB-Fanclubs etc… Noch nicht so toll, ich werde es aber weiter verfolgen.

        PS: DERBYSIEG!!!!!!!

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  2. Bevor ich das Statement einmal deutlich kritischer anschauen will, sei eines vorweggesagt: Ja es gibt viele berechtigte Kritikpunkte am Profifußball, speziell international gesehen. Ja, man muss manche Entwicklungen kritisch hinterfragen (wohlgemerkt hinterfragen nicht ohne Wissen alles ablehnen), gerade wenn manche Vereine in den letzten Transferperioden mehrmals dreistellige Millionenbeträge hinlegen, um ihren Wunschspieler zu bekommen.
    ABER: Diese Initiave schießt weit über das Ziel heraus, geht die eigentlichen Probleme gar nicht an und deren Ansätze münden in einer Welt des Fußballs, die ich weder unterstützen kann noch will!
    Betrachten wir das Statement mal von vorne:
    „Unser Fußball – basisnah, nachhaltig, zeitgemäß“ – So ist der erste Absatz überschrieben. Dieser endet mit der mMn abstrusen Feststellung, es sei eine Zeit für einen neuen Fußball gekommen und alle würden diesen wollen. Abgesehen dieser vollkommenen Selbstüberschätzung der Fanszenen, diesmal durch die Hybris, man gibt seine Meinung als Mehrheitsmeinung aus, fällt mir hier keine wirklich vernünftige Kernargumentation auf, warum man jetzt den Fußball verändern muss. Die Tatsache, dass viele Vereine aktuell nicht wirklich rosig in die Zukunft schauen, ist dem Fakt geschuldet, dass einige zum Wohle des Wettbewerbs und aufgrund des harten Wettbewerbs im oberen aber auch unteren Tabellendrittel sehr riskant eingekauft und geplant haben. Corona kam für alle Wirtschaftszweige vollständig unvorbereitet und hat auch schon einige Betriebe außerhalb des Fußballs in den Ruin getrieben. WIE WOLLT IHR SOWAS VERHINDERN??? Im „neuen Fußball“ wollt ihr doch einen Wettbewerb, wo möglichst jeder Meister werden kann, dafür muss natürlich auch investiert werden. Gegen langfristig schlechtes Management hilft auch kein Samariter Geldtopf zulasten übrigens der Vereine, die gut wirtschaften.
    Aber kommen wir zu Punkt 2: „Unser Fußball – ein fairer Wettbewerb“
    Der Profifußball in Deutschland ist mMn äußerst fair aufgestellt, TV Gelder werden nach Publikumsinteresse verteilt und kein Verein darf mehr als 50+1 Prozent an Investoren verkaufen. Ich frage mich hier, was definiert ihr bitteschön als FAIR?!? Soll ein Sozialismus im deutschen Fußball eingeführt werden, der Leistungen nicht belohnt, weil alle gleich viel bekommen müssen? Wäre das fair? Oder sollen wir 50+1 abschaffen, damit jeder Meister werden kann?
    Zu nationalen Alleingängen in Sachen Gehaltsdeckel etc sei nur angemerkt, dass wir so langfristig die Liga entwerten.
    Punkt 3 „Unser Fußball – ein gesellschaftliches Vorbild“ will ich lieber ignorieren. Dieser Punkt wurde beim Thema Unterschlagung von Corona Tests und weiteren Märchen bereits ausgeschlachtet. Der Fußball ist Spiegelbild der Gesellschaft und somit auch nicht besser und schlechter als andere Branchen.
    Punkt 4 „Unser Fußball – demokratisch & wirtschaftlich nachhaltig“ ist besonders interessant: Hier sind wir jetzt komplett im Märchenland abgetaucht. Die 50+1 Regel, die sehr wohl zu den Grundfesten des deutschen Fußballs gehört, begrenzt die wirtschaftliche Entwicklung der Vereine und widerspricht eurem Wunsch nach einer ausgegelichenen Liga komplett. Mitglieder haben im wirtschaftlichen Entscheidungsprozess aufgrund fehlender Expertise rein gar nichts zu suchen, dafür gibts ja Menschen in den Vorständen, die das studieren und kontrollieren. Das einzige, worüber Mitglieder in einem Geschäftsprozess abstimmen sollten, ist, ob man den Vorstand entlastet und ob man Einfluss von Außen zulässt- aber wartet mal: Das gibts doch schon! Inwieweit man Solidität in Lizensierungsverfahren einbinden sollte, betrachte ich sehr skeptisch. Dann würden einige Traditionsvereine erstmal von der Bildfläche verschwinden…
    Der letzte Punkt: „Fußball lebt durch seine Fans“ ist auch nicht wirklich gelungen. „Unser Fußball fördert selbstorganisierte Fankultur und berücksichtigt Faninteressen durch verbindliche und kontinuierliche Beteiligungsprozesse“ – ja das gibts doch alles schon in einem Maße, was vermutlich manchen nicht gut bekommt. Auch Fans in Stadien haben sich Regeln zu unterwerfen, dazu zählt auch eine Materialkontrolle und gewisse Spielregeln in den Kurven. Zudem: Die Ticketpreise in Deutschland sind äußerst sozialverträglich, man zahlt für BL Spitzenspiele nicht mehr wie 15€ für Steher in der Allianz Arena. Aber dieses Thema ist auch kein neues.

    Zu guter Letzt frage ich mich wirklich, warum die „Fanszenen“ aktuell mit einem Statement nach dem anderen kommen, allerdings jedes Statement nicht reflektierter sondern radikaler wirkt.
    Ich sehe auch nicht, was ihr für einen Fußball wollt. Einige Punkte sind kaum umsetzbar, andere widersprechen sich völlig.
    Achja: Mit Blick auf eure Unterstützerliste fällt doch auf, dass eine Vielzahl aus dem direkten Umfeld der Fanszene ist und , wie ich weiß, gerade auch beim FC Bayern einige Fake-Fanclubs aufgeführt sind, die teilweise erhebliche Überschneidungen an Mitgliedern haben – sehr viele im Umfeld der Szene anzusiedeln. Sollte wohl nach bisschen mehr ausschauen oder wie?

    Gefällt 1 Person

    1. Herzlichen Dank für das sehr interessante detaillierte Statement.
      Wäre genial hierauf ein Feedback aus der „Fanszene“ bekommen zu können.

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    2. @ Bayerndessammamir & FC Bayern Total: Bin „leider“ keiner aus der absoluten Fanszene bzw. Ultra, sondern nur „ultramäßiger FCB-Fan“ 😉 Deswegen kann ich hier leider keine Diskussion anzetteln, sondern lediglich meinen Respekt den bisher hier geäußerten Meinungen zollen. Viele „große FCB-Fans“ ticken ganz genauso: Kritik ist nie schlecht und in vielen Bereichen angesagt, aber wenn sie derart über das Ziel hinausschießt und selbst außer Gelaber keine Lösungen anbietet, nicht viel wert …

      @Derbysieger: Wo bist du denn heute? Noch „freudetrunken“? 😉 😉 😉

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  3. Das andere Extrem!

    Vor dem Hintergrund des vermeintlichen Vertragspokers von David Alaba um eine beträchtliche Gehaltserhöhung ( siehe hier https://www.90min.de/posts/david-alaba-vertrag-beim-fc-bayern-zukunft-offen/partners/44334 ) haben wir auf FB folgende Frage gestellt:

    Sollte stimmen, was in den Medien steht: Ist für Euch die Vorgehensweise von David Alaba in „Corona-Zeiten“ korrekt?

    Die Antworten der FCB-Fans gingen größtenteils in die Richtung: Wenn Neuer, Hernandez und jetzt auch Sané schon so viel verdienen, dann stehen dem David Alaba auch EUR 20 Mio + zu …. Punkt. Aus.

    Corona, Moral etc. spielten bei den Meinungen, Antworten größtenteils gar keine Rolle.

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    1. Oje oje oje – wirklich so krass?

      Trotz meiner Argumente oben bin ich dann sachlich wesentlich mehr bei der Fanszene als bei dieser „Fußballklientel“. Sch*** auf Moral, auf Gerechtigkeit, auf Vernunft!

      Das zeigt aber auch, dass diese (extremen) Forderungen aus der Fanszene noch unrealistischer als gedacht sind. Der „Normalo-Fan“ scheint sich über teuerste Kicker zu freuen, obwohl er selbst nichts in der Tasche hat und diese Supermillionarios noch einmal die Ticketpreise ansteigen lassen… würgggg

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