Der Club Nr. 12 als Teil von „Unsere Kurve“ zur Wiederzulassung von Fans in den Stadien

Das Original-Statement von „Unsere Kurve“ (vom C12 unterstützt und geteilt):

Unsere Positionen zur Wiederzulassung von Fans

27. Juli 2020

Sofern die gesamtgesellschaftliche Situation dies erlaubt, sollen Fans zur kommenden Saison 2020/21 wieder bei Fußballspielen dabei sein können. DFL und DFB haben einen Leitfaden für Vereine zur Wiederzulassung veröffentlicht. Auf dieser Grundlage sollen die Vereine eigene Hygienekonzepte erstellen. Nach unserem Kenntnisstand sind diese unterschiedlich weit fortgeschritten. Die Vereine veröffentlichen zunehmend, wie sie mit dem Dauerkartenverkauf für die kommende Saison umgehen und auf die geringe Stadionkapazität reagieren wollen.

Folgend haben wir unsere Positionen zur Wiederzulassung von Fans formuliert:

1. Anerkennung der Widersprüche zwischen Gesundheitsschutz, Freizeitvergnügen und Fankultur

Die Widersprüche zwischen Gesundheitsschutz, Freizeitvergnügen und Fankultur lassen sich nicht auflösen. Gleichwohl müssen sie in öffentlichen und internen Debatten berücksichtigt werden. Maßnahmen des Gesundheitsschutzes stehen seit einiger Zeit über persönlichen Interessen. So sehr wir es uns wünschten: Der Besuch eines Fußballspiels ist (noch) kein Grundrecht, weshalb es legitim ist, diesen für einen bestimmten Zeitraum aus Gründen des Gesundheitsschutzes einzuschränken. Andererseits erleben wir aktuell vielfältige Öffnungen (auch im Freizeitbereich), die auch deshalb möglich sind, weil neue Regeln im Umgang miteinander etabliert sind. Deshalb muss auch der Fußball die Möglichkeit haben, sich wieder für Publikum zu öffnen. Jedoch ist bereits jetzt offensichtlich, dass Regeln wie Abstandhalten und potenzielle Gesangsverbote nicht mit dem freien Ausleben von Fankultur vereinbar sind. Der Besuch von Fußballspielen, wie wir ihn bisher kannten, wird daher in absehbarer Zeit nicht möglich sein.

2. Gemeinsame Leitplanken für die 1. bis 3. Liga

Der Leitfaden von DFL und DFB enthält keine vereinsübergreifenden Regelungen. Um einen Flickenteppich an verschiedenen Vorgehensweisen zu vermeiden, fordern wir die Vereine auf, in der Mitgliederversammlung der DFL und im Ligaausschuss der 3. Liga gemeinsame Leitplanken zu entwickeln. Es darf hierbei zu keiner Ungleichbehandlung von Fans kommen, weshalb wir uns für die Zulassung von Gästefans aussprechen. Vereine und Verbände müssen sicherstellen, dass keine Weitergabe von erfassten Daten an die Sicherheitsbehörden erfolgt. Dies kann dann gewährleistet werden, wenn die Datenschutzbeauftragten proaktiv in alle Prozesse eingebunden sind und vorübergehend Gesundheitsbeauftragte eingeführt werden, die strukturell und personell von Sicherheitsbeauftragten getrennt bleiben. Neue Technologien der Überwachung dürfen nicht durch die Hintertür des Gesundheitsschutzes eingeführt werden. So viel Reglementierung wie nötig, so wenig wie möglich, muss als Motto handlungsleitend sein.

3. Gerechte Verteilung von Eintrittskarten

Die Vereine müssen eine gerechte Verteilung von Eintrittskarten sicherstellen. Zahlungskräftige Fans dürfen hinsichtlich der Rückkehr ins Stadion keinen Vorteil gegenüber weniger zahlungskräftigen Fans haben. Alle Fans müssen gleichberechtigt und unabhängig von ihrer Finanzkraft Berücksichtigung finden. Benachteiligte Gruppen sind besonders zu beachten. Die Teilnahme an etwaigen Losverfahren darf nicht an einen Verzicht auf Erstattungsansprüche oder Ähnliches gekoppelt sein. Da sich die Stadionkapazitäten je nach Standort stark unterscheiden, sind lokal Formen der gerechten Verteilung zu finden. Dies ist nur mit Einbezug von Fans und Fanvertretungen möglich.

4. Beteiligung von Fans und Fanvertretungen

Fans und Fanvertretungen müssen zwingend bei allen Prozessen um die Wiederzulassung von Publikum eingebunden sein. Sie können wichtiges Wissen zur Umsetzbarkeit von Hygienekonzepten in Tribünen-Bereichen beitragen. Die Beteiligung von Fans wird einen Mehrwert bei der Entwicklung, Erprobung und Umsetzung lokaler Konzepte darstellen. Der Erfolg von Hygienekonzepten hängt maßgeblich von der Akzeptanz der Besucher*innen ab. Dennoch liegt es letztlich in der Entscheidung einzelner Fans und Fangruppierungen, ob sie sich auf diese Form des Stadionbesuchs einlassen können, wollen und werden.

5. Verbindliche Rücknahme der corona-bedingten Sicherheitsmaßnahmen nach der Pandemie

Alle potenziellen Änderungen der Stadionordnungen und ATGB sowie weitere Maßnahmen des Gesundheitsschutzes aufgrund der Corona-Situation sind nach Ablauf der behördlichen Auflagen durch Verbände und Vereine verpflichtend zurückzunehmen. Wir fordern die Vereine zu diesbezüglichen verbindlichen Beschlüssen auf. Bei allen Maßnahmen ist zwingend die Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen, insbesondere bezüglich der Wahrung von Persönlichkeits- und Bürgerrechten.


Original-Link: https://www.unserekurve.de/blog/unsere-positionen-zur-wiederzulassung-von-fans/?fbclid=IwAR0HGRKPhdO5d-hbPR0GNWBQvCqqhZkL3J15LHezYOoiJlGdH6g8aHJWwhs

Veröffentlicht von gastautorfcbtotal

Gastautoren von FC Bayern Total

14 Kommentare zu „Der Club Nr. 12 als Teil von „Unsere Kurve“ zur Wiederzulassung von Fans in den Stadien

  1. Interessiert den Grossteil der Fussball Fans überhaupt nicht mehr, wir machen unser eigenes Bild, ihr habt von Anfang an den falschen Weg gewählt, wäre ganz einfach gewesen, aber der Schuss ging nach hinten los

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    1. Eine Haltung, die sehr viele FCB-Fans einnehmen und mit der sich der C12 und die (aktive) Fanszene des FCB auseinandersetzen müssen.

      „Ihr“ ist aber hier nicht die richtige Anrede, weil FC Bayern Total kein Medium des C12 oder der Fanszene ist, sondern hier lediglich möglichst ausgewogen in alle Richtungen berichtet.

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    2. @ Mani: Damit vertrittst du sicherlich die Meinung einer riesigen Mehrheit der FCB-Fans und -Mitglieder und auch der Fans anderer Vereine.

      Die „Fanszene“ und ihre Organisation in „Unsere Kurve“ & Co hat es leider ziemlich „verkackt“. C12 und große Teile der Ultras haben es vollkommen versäumt, die „normalen“ Vereinsfans zu fragen und mitzunehmen. Ein aberwitziger Alleingang.

      Schade schade schade …

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  2. Ich stimme solchen Statements auch nicht im Details in jedem Punkt komplett zu.
    Aber mich würde bei der Kritik, die hier geäußert wird, wirklich interessieren
    a) „welcher Schuß nach hinten losging“, was „verkackt“ wurde etc?
    b) welche Art von Reaktion/Haltung ihr erwartet hättet?

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    1. @ Martin: Ich kann mir zwar vorstellen, was Mani mit „aber der Schuss ging nach hinten los“ meint. Das soll aber er selbst erklären.

      Was die Fanszene „verkackt“ hat, ist, dass sie sich nach der Meinung einer riesigen Mehrheit der FCB-Fans erkundigen hätte sollen bzw. diese auch ernst nehmen hätte sollen. Dies ist nicht passiert. Auf der FB-Seite des C12 gibt es seit Monaten nur noch Kritik am C12 – auch mit detaillierten Statements. Ist das überhaupt bei den Entscheidern des C12 angekommen? Eher weniger.

      Die Kritik am Re-Start konnte man einige Zeit noch ansatzweise nachvollziehen. Als aber alles bestens geklappt hat und auch niemanden nur im Ansatz Tests weggenommen wurden, hätte man schön langsam seine Meinung revidieren können, nein müssen. Aber man blieb stur. Vielleicht dachte man auch, dass man mit „Unsere Kurve“ einen mächtigen Verbündeten hätte und auch die Medien haben das Thema ja gerne aufgenommen.

      Wie die Mehrheitsmeinungen tatsächlich sind, kann man auf jeder einzelnen FCB-Fanseite nachlesen. Ohne Ausnahme.

      Man hat die „normalen Fans“ nicht beachtet und es sich zusätzlich auch teilweise noch gewaltig mit den eigenen Vereinen verscherzt. Schlechter kann es gar nicht laufen.

      Und „Unsere Kurve“ nimmt sich auch verdammt wichtig. Man könnte glauben, dass sie alle Fanszenen der 56 Proficlubs vertreten. Wenn man sich aber die Mitglieder anschaut, dann sind es nicht einmal ein Drittel (32%). 7/18 BL; 7/18 2.BL; 5/20 3. Liga …. Und die dort vertretenen Vereinigungen machen dann wahrscheinlich nicht einmal ein Prozent der Fans der Vereine aus …

      Vieles was Unsere Kurve hier fordert, ist doch sowieso mehr oder weniger selbstverständlich und somit überflüssig. Und sorry: Das mit den Auswärtsfans ist schon wieder … äh… „Kacke“ … nix verstanden )-:

      Fazit – Ich revidiere: Nicht „verkackt“, sondern „total verkackt“!!!

      Eine Austrittswelle beim C12 würde mich nicht verwundern. Viele in meinem Umfeld, die C12-Mitglieder sind, sind überhaupt nicht mehr mit der Politik des C12 einverstanden. Und beim Thema Hopp und Stadionverbot waren diese alle noch voll auf der Fanseite / C12-Seite!

      Es gab zuletzt C12-Umfragen, aber die wirklich wichtigen Zielrichtungen wurden überhaupt nicht mit der Basis abgesprochen.

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    1. Da gibt es ja auch nichts großartig zu sagen. War zu erwarten und ist absolut vernünftig.

      Dagegen scheint die UEFA mit dem geplanten „Test“ (30% Zuschauerauslastung beim Supercup zwischen Bayern und Sevilla in Budapest am 24. September) ein kleines Schräubchen locker zu haben …

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      1. Nun, wenn man sonst Alles und Jedes kommentiert, könnte man schon mal ein Statement abgeben. Keine Zuschauer = weiter fehlende Einnahmen, eventuelle Probleme nicht nur für Bayern, sondern gerade für kleinere Vereine, die aber auch der FC Bayern als Gegner braucht. Konkurrenten, die einen Großsponsor als Mäzen haben (Chelsea, Barca, PSG, ManCity) sind im Kaufrausch (Havertz), nutzen also die Gunst der Stunde -> Vertiefung der Abhängigkeit. Zu sagen gäb’s viel, wenn man was zu sagen hätte. …

        Und, wie Du richtig sagst, Budapest, 24. September. Soll man da als Bayernfan hin? Wohl kaum ..

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      2. @ Wipf: Von wem genau erwartest du jetzt Kommentare zur (sinnvollen) Fortsetzung der Geisterspiele?

        „Budapest, 24. September. Soll man da als Bayernfan hin? Wohl kaum .. “

        Ganz genau. Da muss man schon ziemlich ***** sein, um sich das anzutun. Wird dann wohl auch noch mit 2-wöchiger Quarantäne belohnt…

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      3. Eigentlich kann man sich ziemlich sicher sein, dass auch die UEFA von diesem Plan wieder abrücken wird.

        Wenn bei so einem „Spiel mit Testpersonen“ gerade bei der aktuellen Infektionszahlenentwicklung etwas gravierendes passieren sollte, dann sind all die positiven Eindrücke, die der (Profi-)Fußball in den letzten Monaten erzielt hat, mit einem Mal wie weggeblasen.

        Als Vereinsverantwortlicher des FCB wäre ich dagegen, würde bei der UEFA intervenieren und wenn es trotzdem so sein soll / muss, dann würde ich meinen Mitgliedern und Fans davon abraten – so bitter das ganze ist.

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  3. Das Hauptproblem bei Sportveranstaltungen ist glaube ich gar nicht mal die Zeit, in der das Spiel stattfindet, sondern die davor und danach. Also das Gedränge, wenn alle gleichzeitig ins Stadion rein und wieder rauswollen.

    Es wäre einfach „nett“ gewesen, wenn der Supercup vor einigen Fans stattgefunden hätte. Auf dieses Supercup-Spiel freue ich mich wie ein kleines Kind. Und das nicht, weil unser „quadrupel“ (CL, Liga, Pokal und Dritte Liga) so zum „Quintel“ werden könnte, sondern weil das wahrscheinlich das entspannendste Finale sein wird, was man als Bayernfan in seinem Leben erleben kann. Denn diesen CL Titel, der so überlegen gewonnen wurde wie noch kein FC-Bayern-Titel zuvor (und der – ehrlich gesagt – auf einem Niveau liegt mit den Leistungen von Liverpool, dem AC Milan und Barca), kann uns keiner mehr nehmen. Dieser Supercup wird eine 90-Minütige Ehrenrunde, egal wie es ausgeht.

    Nun gut, es ist ratsam, auch als hardcore-Bayernfan zu Hause zu bleiben. So be it.

    fcbayernototal hat heute einen pro-Brazzo-Artikel gepostet, der überfällig war. Gutso, denn genau das ist jetzt mal angebracht. Ich hätte es mir gewünscht, dass diese diversen „Fan-Organisationen“ auch mal was Positives von sich geben. Es wäre jetzt der richtige Zeitpunkt.

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    1. Selbst 2013 in Prag bei der Revanche gegen Chelsea anwesend, weiß ich, dass dieses Finale mittlerweile nicht mehr so locker wie in den 70ern oder 2001 genommen wird.

      „Ich hätte es mir gewünscht, dass diese diversen „Fan-Organisationen“ auch mal was Positives von sich geben. Es wäre jetzt der richtige Zeitpunkt.“

      Damit sprichst du einer großen Anzahl an maßlos enttäuschten FCB-Fans, die C12 & Co. nahe stehen, aus dem Herzen … Das ist wirklich sehr schade. Ich befürchte fast auf lange Zeit irreparabel. Im Sommer 2019 gab es eine sensationelle Annäherung aktive Fanszene / „Normal-Fans“ – das scheint nun Lichtjahre vergangen zu sein. Aber vlt. läuft alles viel besser, wenn nach dem Überstehen der Corona-Krise wieder alle ins Stadion dürfen und happy sind – die Hoffnung stirbt bekannterweise zuletzt.

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      1. Ja, aber damals war es noch anders – da wirkten die Niederlagen aus 2010 und 2012 noch nach. Außerdem war es das erste (?) Pep-Pflichtspiel. Da war man als Fan schon nervös und erst beruhigt, als das Elfmeterschießen gewonnen wurde.

        Dass solche Spiele heute verbissen angegangen werden ist ein Punkt, über den man mal diskutieren sollte. Ich denke, da ist einfach sehr viel Druck von den Sponsoren dahinter, die ständig neue Jubel-Bilder wollen. Ich frage mich dann immer, ob das nicht etwas „unecht“ ist. Ich persönlich brauche jedenfalls keine dauernden Jubel-Bilder, denn gerade zum FC-Bayern-Dasein gehören Enttäuschungen (und frustrierte Blicke) auch mit dazu (kein anderer Club in Europa hat so dramatisch Finals verloren wie wir).

        Es geht jetzt Schlag auf Schlag. EM, WM, und dann noch die Chance auf das 2. Finale dahoam (= der wichtigste von den drei möglichen Titeln). Ich würde mich fast besser fühlen, wenn ich das Gefühl hätte dass Flick bereits jetzt mit der Belastungssteuerung für das Ziel 2023 anfängt.

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