Die Kurt Landauer Stiftung gedenkt der FCB-Legende Conny Heidkamp

115 JAHRE KONRAD „CONNY“ HEIDKAMP –
IN GEDENKEN AN DEN MEISTER-KAPITÄN VON 1932

Konrad Heidkamp wurde am 27. September 1905 – heute vor genau 115 Jahren – in Düsseldorf geboren und ist fußballerisch bei den „Schwarz-Weißen“ vom Düsseldorfer SC 99 groß geworden. Als zweikampfstarker Defensivspieler machte er sich dort schnell einen Namen und wurde 1925 in die westdeutsche Verbandauswahl aufgenommen. Spieler wie Ernst Kuzorra oder Fritz Szepan an seiner Seite, verhalfen ihm dort sich spielerisch weiterzuentwickeln.

1927 wurde Heidkamp in die Deutsche Nationalmannschaft berufen, mit der er am Fußballturnier der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam teilnahm. Dort machte „Conny“ Heidkamp Bekanntschaft mit Bayern-Spieler Ludwig Hofmann, der als „Vermittler“ mit dafür verantwortlich war, dass sich Heidkamp zur Saison 1928/29 zu einem Wechsel zum FC Bayern entschloss.

Beim FC Bayern wurde er schnell zum Leistungsträger und Mannschaftskapitän. Dieses Amt, dass er über 10 Jahre inne hatte, nahm sich Heidkamp wohl wie kaum ein anderer zuvor zu Herzen und war stets ein unverzichtbares Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und der Vereinsführung.

Durch den Verein bekam Heidkamp zunächst eine Anstellung als kaufmännischer Angestellter am Deutschen Theater. Kurz darauf ging er zur Firma Siemens & Halske, wo er 40 Jahre beschäftigt war und zum Geschäftsführer aufstieg.

Zum Ende seiner ersten Spielzeit 1928/29 beim FC Bayern wurde die Südbayerische Meisterschaft errungen und als Vizemeister der Süddeutschen Meisterschaft in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft eingezogen, wo im Viertelfinale gegen den Breslauer SC allerdings Endstation war.

1930 und 1931 folgten zwei weitere Südbayerische Meisterschaften, nach denen man in der Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft jedoch nicht über dritte Ränge hinaus kam.

Zum größten Vereinserfolg von „Conny“ Heidkamp wurde schließlich die Saison 1931/32. Nach der erneuten Meisterschaft in Südbayern, erkämpfte er mit den Bayern den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Das Finale gegen Eintracht Frankurt am 16. Juni 1932, welches vor 55.000 Zuschauern in Nürnberg mit 2:0 gewonnen wurde, ging in die Geschichte ein. Als Kapitän durfte er schließlich stolz die begehrte Meister-Trophäe Viktoria entgegennehmen.

Unter normalen Umständen wäre dieser Erfolg wahrscheinlich der Startschuss für eine Blütezeit des FC Bayern gewesen. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten veränderten jedoch auch das Gesicht des FC Bayern radikal. Bis auf eine kurze Unterbrechung von 1937 bis 1939 als Trainer beim BC Augsburg, hielt „Conny“ Heidkamp auch dieser düsteren Zeit dem Verein die Treue und war darüber hinaus maßgeblich beteiligt, dass der Klub die Kriegsjahre überhaupt überlebte. Von 1943 agierte er dabei zwei Jahre als Spielertrainer und führte den Verein 1944 noch einmal zur Südbayerischen Meisterschaft.

Wie sehr „Conny“ um den Zusammenhalt des Vereins in dieser schweren Zeit bemüht war, zeigt auch eine weitere Geschichte während des Krieges: Zusammen mit seiner Ehefrau Magdalena rettete er die Trophäen des FCB vor den Nazis. Anders als viele Vereine folgte der FC Bayern dem Aufruf zur Metallspende zur Einschmelzung der Pokale für die Waffenproduktion nicht freiwillig und bewahrte diese weiterhin in der Geschäftsstelle auf. Als 1942 die Luftangriffe auf München einsetzten, brachte das Ehepaar die Schmuckstücke auf einem Bauernhof bei Wolfratshausen in Sicherheit. Ein zweites Mal vergrub er die Pokale 1945 im Wald als er die Souvenirjagd der Amerikaner mit Kriegsende befürchtete.

1945 beendete Heidkamp schließlich seine Spielerkarriere, insgesamt lief er in 237 Pflichtspielen für den FC Bayern auf und erzielte dabei 7 Tore. 1951 kam er nochmal zu einem Einsatz als Interimstrainer, nachdem sich Bayern München vom englischen Trainer David Davison trennte. Er diente dem FC Bayern außerdem als Spielausschussvorsitzender sowie Spielerbeobachter im süddeutschen Raum. Darüber hinaus war er Mitgründer des Stammtisches der „Ehemaligen“ und übernahm dort die Ehrung der Jubilare.

Am 6. März 1994 verstarb Konrad Heidkamp im Alter von 88 Jahren in München.

Seine herausragenden Verdienste um den FC Bayern München werden wir stets in dankbarer Erinnerung behalten. Vertreter der Kurt Landauer Stiftung legten in Gedenken an „Conny“ Heidkamp an seinem heutigem Ehrentag einen rot-weißen Blumenkranz an seinem Grab auf dem Münchner Westfriedhof nieder.

Veröffentlicht von gastautorfcbtotal

Gastautoren von FC Bayern Total

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