Tage wie dieser – Teil 2

Der Fußball ist und bleibt unberechenbar. Das musste vor zwei Wochen der FC Bayern erfahren, als er nach einer fantastischen Serie zuhause – unglücklich, unkonzentriert, unverdient – mit 1:2 gegen Eintracht Frankfurt verloren hat. Unmittelbar nach der ersten Saisonpleite ging es in eine zweiwöchige Länderspielpause und nicht wenige FCB-Fans hatten vor dem Spiel beim Tabellen-Zweiten Bayer Leverkusen Sorgen, was die Performance von Nagelsmanns Truppe angehen würde. Zusätzlich befeuert wurde diese Verunsicherung durch die medial ausgeschlachteten juristischen Turbulenzen um Lucas Hernández.

Wie alle seit gestern Nachmittag wissen, waren die Befürchtungen völlig unbegründet. Die Bayern spielten den unmittelbaren Verfolger vor allem in der 1. Halbzeit in Grund und Boden, auch Hernández zeigte dabei eine bärenstarke Leistung.

Medien wie Fans neigen traditionell – aus unterschiedlichen Motivationen heraus – zu maßlosen Übertreibungen, wenn es um die Einschätzungen von (Fußball-) Mannschaften geht. Auf den Rekordmeister aus München gemünzt: Entweder sind die Bayern „unschlagbar“ (vor dem BL-Spiel gegen Frankfurt) oder befinden sich gerade in einer „Krise“. Selbst Weltfußballer wie Robert Lewandowski sind davor nicht gefeit. Will man ihm eine (Tor-)Krise andichten, wird schon einmal an den Fakten gedreht. Zuletzt hörte man nur von seiner vier Spiele andauernden „Torkrise“. Stimmte aber nicht einmal: Auch wenn Lewy in seinen letzten beiden Bundesligaspielen in Fürth und gegen Frankfurt sowie in den beiden Länderspielen für Polen nicht getroffen hat, war es eben keine Torflaute von vier, sondern lediglich von drei Spielen. Zwischen Fürth und Frankfurt lag nämlich das CL-Spiel gegen Dynamo Kiew und da traf er zweimal!

Und so wird es auch in der restlichen Saison wie folgt ausschauen: Rutschen die Bayern – aus welchen Gründen auch immer – nicht in eine handfeste Spiel-/Ergebniskrise, dann werden sie in jedem Spiel (klarer) Favorit sein, es sei denn man trifft auf andere europäische Schwergewichte wie ManCity, Liverpool, PSG, Real Madrid etc.

Wie nah manchmal Freud und Leid liegen, soll hier noch einmal kurz per Spielstatistik aufgezeigt werden:

Die Statistik beim Frankfurt-Spiel wies folgende Daten aus: 20:5 Schüsse, davon 10:3 aufs Tor plus ein Pfostenschuss von Serge Gnabry. Dieser und ein Kopfball von Robert Lewandowski fallen unter die „Rubrik 200%ige Torchance“. 73% Ballbesitz, 58% gewonnene Zweikämpfe, 59% gewonnene Luftzweikämpfe, 10:1 Ecken – Spielergebnis 1:2.

In Leverkusen: 27:6 Schüsse, davon 11:4 aufs Tor plus ein Pfostenschuss von Leroy Sané. Knapp 60% Ballbesitz (übrigens in Halbzeit 2 weit mehr als in Halbzeit 1!), 59% gewonnene Zweikämpfe, 64% gewonnene Luftzweikämpfe, 7:4 Ecken – Spielergebnis 5:1 – und alle waren sich einig, dass Leverkusen damit noch sehr gut bedient war.

Die Daten der beiden Partien weisen keine wirklich signifikanten Unterschiede auf.

Übrigens: Wie so vielen anderen Mannschaften zuvor brachte der Eintracht der Sieg in München kein Glück. Am Samstagnachmittag verlor man nach einer äußerst enttäuschenden Leistung zuhause 1:2 gegen die zuvor arg schwächelnde Hertha aus Berlin.

Fazit: Es wird im Fußball, im Mannschaftssport, im Sport allgemein immer überraschende Ergebnisse geben – und selbst wenn es den FCB und seine Fans in diesem Fall meist negativ tangieren wird, ist das gut so und auch die Würze im Fußball.

„Tage wie diese“ wird es glücklicherweise immer geben.


Titelbild: Der offiziellen FCB-Homepage entnommen


Zum Beitrag vor zwei Wochen

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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