Europapokal! Das Südkurvenbladdl zum CL-Spiel gegen Benfica

FC Bayern – Benfica Lissabon 5:2


„In München, in ganz Deutschland, in Europa!“ Nach dem Südkurven-Restart in der Bundesliga durften wir uns jetzt auch wieder auf europäischer Bühne präsentieren. Erstmal nur bei einem Heimspiel, aber immerhin. Unvorteilhaft war dabei natürlich, dass der Jahreskartenrabatt noch nicht in Anspruch genommen werden durfte, was sich auch direkt in der Zusammensetzung des Kurvenpublikums zeigte. Klar, bei 30 Euro für die billigste Eintrittskarte müssen manche Leute eben trotz aller Vorfreude zweimal überlegen, ob ein eher sportlich unbedeutendes Heimspiel diesen Betrag wert ist. Vor dieser Entscheidung werden wir Bayernfans in Zukunft voraussichtlich noch ein paar Mal öfter gestellt. Zumindest wenn die geplante Reform der UEFA-Champions League so kommt wie vor einigen Monaten beschlossen. Dann haben wir nämlich plötzlich zwei weitere Heimspiele in der Gruppenphase.

Noch gibt es aber die Möglichkeit, die Reform rückgängig zu machen. Wie schon beim Spiel gegen Dynamo Kyiv hing deshalb ein großes Banner „Stop UCL Reforms: Football for millions of fans, not billions of Euro“ vorne am Zaun. Mit diesem Wunsch stehen wir europaweit übrigens nicht alleine da. Ähnliche Plakate konnten in Liverpool, Dortmund, beim FC Porto und den Young Boys Bern gesichtet werden.

Sehr gerne nehmen wir aber natürlich mehr KO-Spiele. Dass wir diese erreichen, hatte wahrscheinlich eh niemand jemals ernsthaft in Zweifel gezogen, nach dem heutigen Spiel steht es aber ganz unumstößlich fest. Für den hohen Eintrittspreis boten beide Mannschaften sehenswerte Action auf dem Feld und wenn unsere Elf ab dem Achtelfinale noch die ein oder andere Unachtsamkeit spart, dürfen wir in St. Petersburg vielleicht sogar nochmal ohne großes Nachdenken übertrieben tief in die eigenen Taschen greifen.

Der Stimmung kam das aufgeweckte Spielchen auf dem Feld selbstverständlich entgegen. Beim zweiten gemeinsamen Spiel nach der Pause entstaubten wir das Liederrepertoire weiter und mit „Wir singen für die Stadt“ in Halbzeit 1 und „Rot-Weiß FCB“ in der zweiten Hälfte trimmten wir die Stimmbänder mal wieder ein bisschen in Richtung Melodie. Obwohl der fast leere Oberrang ein wenig Schall reflektierte, haben wir lautstärketechnisch dabei vermutlich keine Bäume ausgerissen, aber für einen kalten Novemberabend hat es dann ordentlich Spaß gemacht. Und auch die Gäste konnten vernommen werden, was an so einem Europapokalabend zu Pandemiezeiten ja leider genau so wenig eine Selbstverständlichkeit ist, wie die Fackeln mit denen sie ein wenig Farbe ins Spiel brachten.

Nach 90 Minuten hatten dann sowohl die Spieler als auch wir unsere Arbeit getan und es durfte der Heimweg in die warme Stube angetreten werden. Erwähnenswert ist das insofern, dass sich die Polente heute mal die sinnlose Begleitung über die Esplanade ersparte und auch nicht blöd am U-Bahn-Eingang rumstand. Unnötige Einsatzstunden werden zugunsten des einfachen Steuerzahlers eingespart. Das ist doch mal eine positive Nachricht zum Ende des Abends. 

Und wäre die Welt ein etwas einfacherer Ort, als sie es nun mal ist, könnte damit auch schon alles gesagt sein. Leider müssen wir aber noch den Hintergrund zu einem Spruchband nachreichen. „Ciao Momo – Riposa in pace“ waren Abschiedsgrüße für einen verstorbenen Anführer der Ultrasbewegung in Civitanova, wohin uns auch nach dem Ende der offiziellen Freundschaft noch gute persönliche Kontakte verbinden.

Veröffentlicht von gastautorfcbtotal

Gastautoren von FC Bayern Total

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