Auswärtsspiel in Frankfurt – die Eintracht tatsächlich ein Angstgegner?

Die Frankfurter Eintracht ist ein Angstgegner des FC Bayern, wenn man zahlreichen Medien, aber auch vielen eigenen Fans Glauben schenken möchte. Das Hinspiel in München wurde – äußerst unglücklich – mit 1:2 verloren, ebenso die letzten beiden Bundesliga-Auswärtsspiele in Frankfurt – 1:2 vor fast genau einem Jahr und sogar 1:5 an einem grauen Novembertag 2019. Niko Kovac wurde daraufhin von Hansi Flick abgelöst. Allerdings hatte die Eintracht direkt davor eine ziemlich lange Heimspieldurststrecke gegen Bayern: Neun Jahre (2010 -2019) kein Sieg – bei drei Unentschieden und sechs Niederlagen, darunter das 0:5 im Supercup 2018.

Wir blicken auf die gemeinsame Historie der heutigen Gegner

Dass die Gesamtbilanz der beiden Vereine inklusive Oberligazeiten – 126 Spiele – 65 Bayernsiege – 26 Unentschieden – 35 Eintracht-Siege – 246:174 Tore – nicht viel deutlicher zugunsten der Bayern ausfällt, liegt vor allem an der negativen Auswärtsbilanz und der Tatsache, dass Frankfurt in den 18 Jahren Oberliga vor den Bayern anzusiedeln war.

Die Bundesliga-Bilanz alleine (nun die 51. gemeinsame Spielzeit) fällt wesentlich eindeutiger pro FCB aus: 101 Spiele – 55S – 22U – 24N – 204:125 Tore. Der Blick auf die Bundesliga-Auswärtsbilanz des FCB in Frankfurt deutet jedoch schon an, dass man nie besonders gerne in die Mainmetropole gereist ist: 50 Spiele – 14S – 16U – 20N – 64:76 Tore! Die Heimbilanz dagegen stützt die These, dass Frankfurt grundsätzlich die Punkte kampflos an die Isar schicken könnte: 51 Spiele – 41S – 6U – 4N – 140:49 Tore. Daran ändert auch die äußerst unglückliche 1:2 im Hinspiel nichts.

Legendäre Spiele

Ihre erste Deutsche Meisterschaft gewannen Kurt Landauers Bayern 1932 im Endspiel in Nürnberg gegen die Eintracht mit 2:0 (Torschützen Ossi Rohr und Franz Krumm). Und auch der allererste Bundesliga(Heim-)Sieg des FCB wurde gegen Frankfurt errungen: Am 2. Spieltag der Saison 1965/66 gewann man am 21. August 1965 mit 2:0 im Grünwalder Stadion vor 30000 Zuschauern. Rainer Ohlhauser erzielte in jenem Spiel in der 24. Minute auch das allererste Bundesligator des FC Bayern.

Interessant auch, dass – trotz des insgesamt sehr positiven Torverhältnisses pro FCB – die Eintracht die beiden höchsten Siege in diesem Duell erzielte: jeweils mit 6:0 – 1961 in der Oberliga und 1975 in der Bundesliga (höher verlor der FCB auswärts nie in der Bundesliga).

Auf Bayernseite bleibt vor allem (neben einigen 5:0-Siegen gegen Frankfurt) das 7:2 im Olympiastadion vom Frühjahr 1981 in Erinnerung. Der Sieg bedeutete eine gewisse Vorentscheidung im Meisterkampf gegen den HSV und kam auf außergewöhnliche Art und Weise zustande: Bis zur 54. Minute stand es noch 0:0, dann fielen in 36 Minuten neun Tore (Bundesliga-Rekord). Paul Breitner schoss drei der sieben Bayerntore, ein Weitschuss in den linken Torwinkel bleibt besonders in Erinnerung.

Absolut unvergessen bleibt die Bundesligapartie am 18. September 1999 in Frankfurt: Die Eintracht führte zur Halbzeit mit 1:0, verschoss sogar noch einen Elfmeter. Sammi Kuffour knockte bei einem Abwehrversuch Oliver Kahn mit einem Kniestoß gegen die Schläfe aus. (Titelbild) Der Ersatztorhüter Bernd Dreher verdrehte sich nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung sein Knie ganz schlimm. So musste sich der Feldspieler Michael „Tanne“ Tarnat als Dritter das FCB-Torwarttrikot überstreifen – und konnte mit seiner Mannschaft nach dem Schlusspfiff einen 2:1-Sieg feiern. Giovane Elber und ausgerechnet Sammi Kuffour drehten das Spiel mit ihren Toren zu Gunsten der Bayern.

Pokalbilanz

Die Europapokalbilanz des FC Bayern gegen Frankfurt – aus den UEFA-Cup-Jahren 1977 und 1980 stammend – ist die zweitschlechtesten der Europapokalhistorie des Vereins (negativ getoppt nur durch die verheerende Bilanz gegen Milan): 1 Sieg – 3 Niederlagen – 4:11 Tore.

Im DFB-Pokal ist die Bilanz positiv aus Bayernsicht: 4 Siege, zwei davon in Frankfurt)* – 2 Niederlagen. Darunter die beiden Endspiele: 2006 – 1:0 dank Claudio Pizarro; 2018 – 1:3 – nein, ich schreibe jetzt nicht „dank Felix Zwayer“ 😉

)* Unvergessen der 1:0-Sieg in der 1. Pokalrunde am 19. August 1989 dank des Tor des Jahrzehnts von Klaus Augenthaler.

Siehe:  https://www.youtube.com/watch?v=ev5e5KfgUtM

Tipp FC Bayern Total für die morgige Partie: 2:1 für Bayern

Weder Bayern noch die Eintracht ist besonders gut in das Jahr 2022 gestartet. Die Krise der Hessen wird sich morgen nach einem hart umkämpften Sieg der Bayern verschärfen und das Thema „Angstgegner“ hat sich damit erledigt …

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

7 Kommentare zu „Auswärtsspiel in Frankfurt – die Eintracht tatsächlich ein Angstgegner?

  1. 1) In der Bundesliga gibt es nur fünf Mannschaften, mit der wir negativer Auswärtsbilanz haben: Borussia Mönchengladbach (19-13-22), Kaiserslautern (11-13-18), FC Saarbrücken (0-2-2), SG Wattenscheid 09 (1-1-2) und… Eintracht Frankfurt (16-14-20).

    2) Das Duell gegen Eintracht Frankfurt im Mai 1981 war das zweite und letzte Bundesligaspiel, in dem der FC Bayern 7 Tore in einer Halbzeit erzielte. Es war auch das einzige Buli-Spiel des FC Bayern, in dem 9 Tore in einer Halbzeit fielen.
    In der Geschichte der Bundesliga hat nur eine Mannschaft mindestens so viele Tore in einer Halbzeit aber in kürzerer Zeit erzielt. 1982 erzielte Borussia Dortmund beim 11:1 (1:1) gegen Arminia Bielefeld 7 Tore in 32 Minuten und 10 Tore in 41 Minuten.

    3) Und jetzt – endlich! – mein Tipp: Eintracht Frankfurt – FC Bayern 1-3

    1. Ja, das erste BL-Spiel, in dem der FCB sieben Tore in einer Halbzeit schoss, war das 11:1 (4:0) im November 1971 gegen den BVB.

      Der BVB-Wahnsinn …. 1:11 in München …. 0:12 in Gladbach …. 11:1 gegen Bielefeld … 😉

    1. Eigentlich hättest du mit deinem Tipp gewinnen müssen: Nach Spielverlauf und Chancen hätten die Bayern mit 3 Toren Unterschied gewinnen MÜSSEN 😉

      1. Ich würde eher sagen: Glücklicherweise kein Eiskunstlauf 😉 (auch wenn die Kindheitserinnerungen, als ich als kleiner Pimpf wegen meiner Ma Eiskunstlauf „anschauen musste“, schöne sind … ).

        Ich meinte auch weniger der „künstlerischen Ausdruck“ (die B-Note) als viel mehr die A-Note: das pure Ergebnis. Ein bisschen mehr Effektivität und … Aber vielleicht auch ganz gut so. Immer wenn die Spiele zu gut gelaufen sind, wurden ein paar Jungs „übermütig“ …

        (PS: Ist eigentlich die Mail bei dir angekommen?)

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