Wissenswertes zum Spitzenspiel Bayern gegen Bayer Leverkusen


Tabellenführer gegen Tabellendritten – das Bundesliga-Spitzenspiel am 25. Spieltag, auch wenn Bayer selbst mit einem Sieg in München nicht mehr in den Meisterschaftskampf eingreifen kann. 14 Punkte Rückstand auf den Rekordmeister sind definitiv nicht mehr aufzuholen. Die morgige Partie könnte trotzdem eine „enge Kiste“ werden.

Bayer Leverkusen gehört mittlerweile zum Inventar der Fußball-Bundesliga, nur der FC Bayern (seit 1965) und der BVB (seit 1976) sind länger durchgängiges Mitglied des deutschen Fußball-Oberhauses. Als Leverkusen am 11. August 1979 sein allererstes BL-Spiel überhaupt im Münchner Olympiastadion beim FC Bayern bestritt, war diese Erfolgsstory nicht ansatzweise vorherzusehen. An einem grauen regnerischen Sommertag besiegten die Bayern damals den Aufsteiger durch Tore von Bernd Dürnberger, Norbert Janzon und Kalle Rummenigge mit 3:1. Dietmar Demuth erzielte in der 62. Spielminute den allerersten BL-Treffer von Bayer zum Endstand von 3:1.

Alle Bilanzen zwischen den beiden Vereinen lauten eindeutig zu Gunsten des FCB:

Gesamtbilanz Pflichtspiele (aus FCB-Sicht):

94 Spiele: 58 Siege / 17 Unentschieden / 19 Niederlagen – 189:110 Tore

Alle Pflicht-Heimspiele: 44 Spiele: 34S / 6U / 4N – 101:37 Tore

Gesamtbilanz Bundesliga:

85 Spiele: 51S / 16U / 18N – 165:100 Tore

Gesamtbilanz BL-Heimspiele: 42 Spiele: 32S / 6U / 4N – 96:36 Tore

Höchster Heimsieg gegen Leverkusen: 5:0 am 4. September 1982 im Olympiastadion – Torschützen u.a. zweimal Dieter Hoeneß und einmal Kalle Rummenigge.

Höchster Heimsieg in der Arena: 5:1 am 17. April 2011 – dreifacher Torschütze damals: Mario Gomez, welcher in jener Saison auch BL-Torschützenkönig wurde.

Um die Jahrtausendwende war (das ehemalige) „Vizekusen“ regelmäßig direkter Konkurrent um die Deutsche Meisterschaft. Trotzdem kamen zu diesen „Spitzenspielen“ selten mehr als 30.000 Zuschauer ins Olympiastadion. Bayer selbst brachte regelmäßig nur sehr wenige Fans mit nach München. Dieser „verlorene Haufen“ wurde von der Südkurve regelmäßig hämisch mit „Hurra hurra, ein ganzer Bus ist da!“ begrüßt. Klingt gemein, entsprach aber wirklich auch den Tatsachen.

Aus 44 Pflichtspielen (Meisterschaft und Pokal) seit 1979 konnte Bayer nur ganze vier Siege aus München entführen: Interessanterweise fanden alle 4 Spiele im grauen Herbst statt: 1. November 1986 (0:3!!); 21. Oktober 1989 (0:1); 28. Oktober 2012 (1:2) und am 30. November 2019 (1:2). Dementsprechend sollte eigentlich Anfang März keine Gefahr bestehen … 😉

Die Niederlage von 2012 war übrigens die letzte vor der BL-Rekordserie von 53 Spielen ohne Niederlage bis zum 5. April 2014 in Augsburg (0:1) unter Heynckes und Guardiola. Das Boateng-Eigentor kurz vor Schluss besiegelte damals eine fast schon aberwitzige Niederlage der eigentlich haushoch überlegenen Bayern. Und wer erinnert sich nicht an den stürmenden und kurz vor dem Leverkusen-Strafraum dribbelnden Manuel Neuer?

Die 2019er Niederlage war die erste unter dem damals neuen Trainer Hansi Flick. Sie war vielleicht nicht ganz so „aberwitzig“ wie die von 2012, entsprach aber ebenfalls zumindest keineswegs dem Spielverlauf.

Die Bayern in „Corona-Zeiten“ unbesiegt gegen Bayer: Die Schlappe am 30. November 2019 war zugleich das letzte Spiel beider Teams gegeneinander ohne Covid19-Einschränkungen wie auch die letzte Niederlage der Münchner in diesem Duell: Seitdem gewann der Rekordmeister alle drei Spiele in Leverkusen (4:2; 2:1; 5:1), das Pokalfinale 2020 in Berlin (4:2) und das Heimspiel am 20. April 2021 (2:0). Die letzten beiden Spiele in Leverkusen waren jeweils die Partien Erster gegen Zweiter, im Dezember 2020 entführte der FCB nach dem 2:1 sogar die „Weihnachtsmeisterschaft“ beim damaligen Tabellenführer Leverkusen. Robert Lewandowski ließ die Bayern in der allerletzten Spielminute jubeln.

Tipp für das morgige Spiel: 3:1

Es wird sicherlich keine einfache Partie. Leverkusen ist ein häufig unangenehm zu bespielender Gegner mit vielen extrem schnellen Spielern. Auf Bayernseite fehlen Neuer, Davies, Goretzka, Sabitzer (krank), Hernández (Gelbsperre), das Champions League Spiel gegen Salzburg am Dienstagabend sollte zusätzlich bereits im Hinterkopf sein.

Siehe auch:

https://fcbayern.com/de/news/2022/03/zahlen-und-fakten-zum-heimspiel-gegen-bayer-04-leverkusen

Titelbild: Heimspiel gegen Leverkusen vor „voller Hütte“. Stimmung vor dem Spiel.


Saisoneröffnungsspiel 2017 zwischen Bayern und Bayer – ein von sintflutartigen Regengüssen begleitetes Spiel, welches zwischenzeitlich unterbrochen werden musste:

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

9 Kommentare zu „Wissenswertes zum Spitzenspiel Bayern gegen Bayer Leverkusen

  1. Jetzt ist man optimal vorbereitet. Wobei ich – zur Abwechslung mal – einige Sachen selbst wusste. Aber bei Weitem nicht alles.

    1. Das stimmt, wobei Patrik Schick auf Leverkusener Seite ausfällt. Ich denke aber nicht, dass dies ein Vorteil für unsere Bayern ist …

    2. Und da ist sie, die erste wichtige Uneinigkeit :)) Ich bin davon überzeugt, dass der Ausfall von Schick für uns zumindest theoretisch.ein Vorteil ist. Es ist so, als man sagen würde, dass Lewas Ausfall kein Vorteil für unseren Gegner ist. Aber ich möchte wissen, warum du das denkst.

      1. Schick ist ein großartiger Mittelstürmer. Aber für die Bayern(abwehr) ausrechenbar(er).
        Sein Ersatz bei Leverkusen dürfte eher der Rubrik „Hochgeschwindigkeitsfußballer“ zuzuordnen sein. Das mögen die Bayern weniger …

    1. Sehr gut zusammengefasst. Man kann sich ärgern, dass man aus der drückenden Überlegenheit in der ersten halben Stunde zu wenig Ertrag hervorgebracht hat. Danach – so ehrlich muss man sein – ist es nahezu unfassbar, dass man nicht mit einem Rückstand in die Pause geht. Nach der Pause war die Partie viel ausgeglichener mut nicht gut zu Ende gespielten Gelegenheiten auf beiden Seiten. Die regulären letzten zehn Minuten hätte Bayern aber in Überzahl spielen müssen. Für das wiederholte Einsteigen von Bakker gibt es mMn keine andere Möglichkeit als ihn dafür des Feldes zu verweisen. Allerdings ist es sehr spekulativ, ob sich dann noch weitere zwingende Chancen ergeben hätten. Am Ende kann man mMn mit dem Renis ganz gut leben.

    2. Das Unentschieden geht in Ordnung. Man kann letztendlich aufgrund der Tabellensituation auch ganz gut damit leben. Das Salzburg-Spiel dürfte in Halbzeit 2 doch ziemlich in den Hinterköpfen herumgespukt haben. Ist schon in 3 Tagen.

      Pechvogel des Spiels, speziell der ersten Halbzeit, war Thomas Müller: Zuerst verhindert er Lewys 1:0, indem er dessen Schuss, der mit größerer Wahrscheinlichkeit ins Tor gegangen wäre, am Fünfmeterraum blockt, dann vergibt er eine große Chance und dann noch das bittere Eigentor … 3:0 statt 1:1? Kein Vorwurf an ihn, er kommt aus der Covid-Isolation zurück, ist nicht wirklich im Spielfluss und dann läuft alles gegen ihn.

      Für mich unverständlich, dass sich in den Social Media die eigenen „Fans“ immer reflexartig an Upamecano abarbeiten. So schlecht war seine Partie nicht – allerdings geht das mit den „No look-Rückpässen“ auf den eigenen Torwart natürlich gar nicht. Das ist ein geeignetes Mittel für einen überraschenden Angriffszug, aber eine immer wieder böse Überraschung für den eigenen Keeper ist mehr als fahrlässig. Das MUSS er abstellen.

      Sabitzer leider komplett ohne Selbstvertrauen (wenn wundert es!) – als er kurz nach seiner Einwechslung alleine aufs Leverkusener Tor läuft, schließt er überhastet zu früh und im wahrsten Sinne des Wortes „blind“ ab. Er hatte das Leverkusener Tor und Hradecky gar nicht im Blick, sondern lediglich den Ball … schade.

      Durchaus überraschend – und auch erschreckend – wie die Mannschaft nach wirklich ganz starken 30 Minuten nach dem bitteren Eigentor so vollkommen den Faden verlieren konnte. Mental scheint man nicht auf der Höhe zu sein.

      Nun voller Fokus auf Salzburg. Die sind nach dem Corona-Ausbruch schwer einzuschätzen, auch die Ergebnisse gegen die maximal drittklassigen Gegner in der österreichischen Liga dienen nicht als Maßstab.

      Mit Neuer, Sané und Hernández in der Startelf sollte es am Dienstag jedoch besser laufen.

      Nicht zu vergessen: Davies, Goretzka und selbst Tolisso (als Goretzka-Back-Up) fehlen gewaltig. Musiala fühlt sich auf der Sechs sichtlich unwohl, dafür ist er nicht robust genug.

      PS: Süle und Pavard(!) gestern die besten! Um mit etwas Positivem zu enden 😉

  2. Ich gebe dir in allen Ausführungen recht. Wirklich schade bei Sabi, da er genug Zeit hatte den Ball noch auf seinen starken Rechten zu legen, um ihn dann sauber ins lange Eck zu zwirbeln. Aber das ist natürlich immer leichter gesagt als getan. Mich ärgert es bei Müller noch mehr, da er mir bei Kickbase -17 Punkte eingebracht hat. Aber – so ehrlich muss ich sein – er hat mir schon sehr viele Pluspunkte eingebracht. Da verkrafte ich so einen Ausrutscher…

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