Corona-Kapazitätsbeschränkungen: FCB-Auswärtsspiele im eigenen Stadion

Gastbeitrag von Chris H.

Wieder im Stadion

Die zweite Rückkehr von Fans nach Corona-Beschränkungen fühlt sich auf den ersten Blick für den gemeinen Fußballfan immer noch genauso gut an wie die erste: Nachdem durch die Omikron-Variante des Coronavirus die Auslastung des Gesundheitssystems im weiteren Verlauf deutlich rückläufig war, konnten seitens der Politik auch die Geisterspiele im Fußball beendet werden. Seit Anfang Februar 2022 dürfen auch in der Münchner Arena wieder Zuschauer zu den Heimspielen des FC Bayern kommen. Eigentlich ein Grund zur Freude, sind doch Geisterspiele für den Anhänger des Fußballsports eine enorme Einschränkung gewesen. Auf den zweiten Blick wird die Euphorie jedoch getrübt.

Um weiter einen Schutz vor der Ausbreitung des Virus zu haben, wurden einige Auflagen beschlossen, welche erfüllt werden müssen, damit gespielt werden darf. Zum einen sind das Restriktionen, welche ein Abstandsgebot sowie die FFP2-Maskenpflicht umfassen; zum anderen ist das die Beschränkung der Zuschauerkapazität auf 25.000 (vormals 10.000), was einem Drittel der Kapazität der Allianz Arena entspricht.

Fehlende Fanszenen – fehlende Stimmung – fehlende Unterstützung

Die Beschränkungen sind der Anlass für viele Fanszenen des Landes, nicht organisiert im Stadion aufzutreten. Sollten Mitglieder dieser im Stadion sein, wird von vielen bewusst geschwiegen, was leider auch im Fall von Torjubeln zu erkennen ist.

Die Wichtigkeit der Südkurve München und der Ultras des FCB ist in der Allianz Arena immens hoch, weshalb durch den Wegfalls des organisierten Supports aus dem Herzen der Kurve die Stimmung bei den Spielen mit Beschränkungen meist sehr gespenstisch wirkt. Vereinzelt werden Lieder angestimmt, welche oftmals schnell verstummen. Es entwickelt sich so oftmals ein Auswärtsspiel im eigenen Stadion, da die Auswärtsfans durch die exponierte Lage im Oberrang und einem gefühlten Motivationsüberschuss anreisen. Extrem zu merken war das beim Heimspiel gegen die Freunde aus Bochum, auch zuletzt gegen Greuther Fürth.

Diese aktuelle Situation kann niemandem gefallen. Ich hoffe, dass bald die Beschränkungen weitestgehend fallen und Schickeria und Co wieder ins Stadion zurückkehren! Wir und insbesondere die Mannschaft brauchen euch!

Dadurch, dass ich neben Fußball auch Eishockey stark verfolge, kann ich berichten, dass es in den meisten Eishockeystandorten durchaus Fanclubs bei denselben Restriktion schaffen, Stimmung zu erzeugen, um die Mannschaften zum Sieg zu treiben. Ja, das ist grundsätzlich auch mit Maske möglich. Zudem sei angemerkt, dass durch die Beschränkungen die Möglichkeiten, an Tickets zu kommen, sehr leicht wurden. Jede meiner Anfragen wurde mit Tickets belohnt.

Persönlicher Aufruf

Gerade mit Hinblick auf das morgige Champions League Spiel gegen die Salzburger möchte ich jeden, der ins Stadion geht, dazu aufrufen, die Mannschaft zu unterstützen und nicht nur aus Prinzip zu schweigen, weil es Beschränkungen gibt und/oder kein organisierter Support (mit Ausnahme des MRP) vorhanden ist. Im Spiel morgen geht es um Alles oder Nichts im Europapokal – es geht auch darum, ob wir in dieser Saison nochmal mit 70.000 in der Arena für einen Champions League Abend stehen und eine dieser geilen magischen Nächte im Stadion erleben können! Lasst uns der Mannschaft helfen, die aktuell schwierige Phase zu überwinden!

Auf gehts Bayern-Fans! Ab ins Viertelfinale!

Anmerkung: Ich schildere in diesem Beitrag meine eigene Meinung; persönlich war ich in der aktuellen Saison bei fast jedem Spiel, auch bei den Spielen mit Beschränkungen. In der Saison vor Corona war ich bei jedem Heimspiel in der Südkurve. Mir ist durchaus bewusst, dass einige diese Meinung nicht teilen, jedoch bitte ich um einen respektvollen Umgang. Merce dafür!

Update (09.03.2022)

Am Tag nach dem Heimspiel gegen die Salzburger kann man mit Freude auf einen ungefährdeten 7:1 Sieg blicken, der die Bayern souverän in das Viertelfinale der Champions League bringt. Zu hoffen ist, dass in diesem die Kapazität wieder 70.000 Zuschauer betragen kann. Auch beim Spiel gegen Salzburg war der Charakter eines Auswärtsspiels trotz 7 Toren und vereinzelt aufkommenden Gesängen vorhanden. Bei Diskussionen merkt man hierzu leider allzu oft, dass die Meinungen verschiedener Bayernfans sehr weit auseinandergehen und Kompromisse für Stimmung im Stadion – ja, auch mit FFP2 Masken ist das nicht unmöglich (siehe oben) – sehr weit entfernt sind.

Titelbild: Heimspiel gegen Leverkusen am vergangenen Samstag

Veröffentlicht von gastautorfcbtotal

Gastautoren von FC Bayern Total

6 Kommentare zu „Corona-Kapazitätsbeschränkungen: FCB-Auswärtsspiele im eigenen Stadion

  1. Ein angenehm sachlicher und auch ein wenig nachdenklich stimmender Beitrag – herzlichen Dank dafür! Ich glaube, Vielen geht es wohl ganz ähnlich wie dem Autor. Bleibt also in der Tat zu hoffen, dass wir in dieser Saison nochmal (eher sogar zweimal ;-)) ein ausverkauftes Stadion bei einer Champions-League-Nacht erleben dürfen…
    Habe die Ehre.

  2. sehr interessant auch mal diese Sichtweise zu lesen. Die sog. aktive Fanszene muss man nicht in allem verstehen…

    1. Absolut.
      Was mich persönlich in diesem Kontext auch ärgert, ist die Zuschauerbeschränkung in München / Bayern auf 25.000 bzw. 3/4 der Stadionkapazität. Das ist völlig abstrus und inkonsequent. Irgendwie „Anti-Bayern“ … Ein Wettbewerbsnachteil bzgl. der Einnahmen und hinsichtlich des Heimvorteils.

  3. Ein sehr gut geschriebener Bericht eines Fans, der seine Erlebnisse in der Arena teilt. leider ist es wirklich so, dass man teilweise meint man ist in einem Auswärtsspiel. Ich kann mich dem Aufruf also nur anschließen. Schreit und Singt die Mannschaft heute gegen Salzburg 90 Minuten lang zum erhofften Sieg. Mit der Unterstützung der (leider nur) 25.000 klappt das auch.

  4. Zitat: „Um weiter einen Schutz vor der Ausbreitung des Virus zu haben, wurden einige Auflagen beschlossen, welche erfüllt werden müssen, damit gespielt werden darf.“

    Ist natürlich zumindest etwas irreführend formuliert, denn „gespielt werden durfe“ ja sowieso immer schon. Nur das Volk, das alles mitgetragen hat, durfte halt nicht (immer und/oder vollzählig) dabei sein.

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