AUF DEM WEG ZUR ERSTEN DEUTSCHEN MEISTERSCHAFT – ENGES SPITZENSPIEL IN KARLSRUHE

Ein Beitrag der Kurt Landauer Stiftung

Nach dem Spiel in Stuttgart und dem Ablösespiel für Oskar Rohr in Mannheim trat der FC Bayern zum dritten Mal in Folge auswärts an, diesmal beim Karlsruher FV. Der 1891 von Walther Bensemann gegründete KFV war 1900 einer von 86 beteiligten Vereinen bei der Gründungsversammlung des DFB und bereits 1910 als Deutscher Meister dort gewesen, wo der FC Bayern nun hin strebte. Die Hausherren waren also schon damals ein traditionsreicher Verein, der heute in der Kreisklasse B Karlsruhe seine Spiele austrägt und damit der älteste noch existierende Fußballverein Süddeutschlands ist.

Am 10. April 1932 – heute vor 90 Jahren – lud der Karlsruher FV, Heimatverein des jüdischen Nationalspielers Julius Hirsch, allerdings als Topmannschaft zum Spitzenspiel Erster gegen Dritter auf den KFV-Platz an der Telegrafenkaserne. 12.000 Zuschauer bildeten dann auch eine würdige Kulisse, für eine enge, umkämpfte Partie, in der vor allem die Abwehrreihen das Geschehen bestimmten. Auf Seiten der Rothosen war dabei Conny Heidkamp hervorzuheben, „der mit der Größe seiner Aufgabe wuchs“ und verhinderte, „dass kein wertvolles Porzellan in die Brüche ging“, wie der Kicker berichtete.

Vor allem die Heimmannschaft musste der intensiven Partie Tribut zollen und die Karlsruher Offensive hatte bis zur Pause einige Blessuren zu beklagen: „Gewiss es wurde hart gekämpft, ging es doch um eine gar große Wurst […], aber wenn so auf Sieg gefummelt wird wie heute, dann ist ein entscheidungsvolles Meisterschaftsspiel erst recht kein Kaffeeklatsch.“

Auch in der zweiten Halbzeit ging es zwar nicht immer hochklassig, aber eng und ausgeglichen zur Sache und so dauerte es bis zur 81. Minute, ehe dem in bestechender Form befindlichen „Ossi“ Rohr nach Vorlage von Welker das goldene Tor zum 1:0 gelang. Die verzweifelte Schlussoffensive der Karlsruher konnten die Rothosen „mit eben soviel Geschick wie Willensstärke“ überstehen.

Im Rennen um die Süddeutsche Meisterschaft blieben die Bayern damit zwei Spieltage vor Schluss punktgleich mit dem Rivalen aus Nürnberg, der allerdings bereits eine Partie mehr auf dem Konto hatte.

Auf den Bildern zum Spieltag seht ihr die Rekordkulisse am Sportplatz an der Telegraphenkaserne, ein Kopfballduell des KFV-Verteidigers gegen gleich vier Bayern, sowie Münchens Verteidiger Bader, der vor dem heranstürmenden Angreifer Link und Torwart Lechler das runde Leder klärt.


FC Bayern Total:

Weitere legendäre FCB-Spiele an einem 10. April:

1991 – FCB – Roter Stern Belgrad 1:2: Dazu ein ausführlicher Beitrag auf der Facebookseite von FC Bayern Total: https://www.facebook.com/FCBayernTotal

2008 – das „Wunder von Getafe“ – die bayerischen Comeback-Qualitäten beim 3:3 n.V. im UEFA-Cup-VF-Rückspiel.

2013: 2:0 bei Juventus im CF-VF-Rückspiel: Die Heynckes-Bayern auf dem Weg zum ersten Triple der Vereinsgeschichte.

Veröffentlicht von gastautorfcbtotal

Gastautoren von FC Bayern Total

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