Ausgeschieden – der FCB wieder einmal an ekeligem spanischen Fußball gescheitert

Ein Kommentar von Petersgradmesser

Die Überschrift könnte auch lauten „Hat die große Mehrheit der Bayernfans unter den 70.000 Zuschauern in der Arena ein anderes Spiel als die Medien und die Fans vor dem TV-Gerät gesehen?“ Denn während sich letztere noch während des Spiels auf Salihamidzic, Nagelsmann und die Spieler mit Kritiken teilweise weit unter der Gürtellinie einschossen, hatten die Stadionfans quasi mit dem Anpfiff ein „Feindbild“: Die dreiste Verzögerungstaktik der Mannschaft aus Villarreal, welche sich von Spielminute zu Spielminute verschlimmerte, weil sie der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic zum Unverständnis und riesigen Ärgernis aller Münchner nicht verhinderte, akzeptierte bzw. in der zweiten Halbzeit mit unverständlichen eigenen Aktionen sogar förderte.

Ekliger Fußball – vergesst Simeones Atleti!

Galten bislang gerade in München die Auftritte von Atlético Madrid als bitterer Maßstab für unappetitlichen Fußball, so hat dieser seit gestern – zumindest für die Zeugen im Stadion – eine neue Dimension: FC Villarreal. Schon beim ersten Einwurf nach 20 Sekunden ließ sich der Villarrealspieler gefühlt eine halbe Minute Zeit. Die Torabschläge des Torhüters setzten von Minute 1 an neue Maßstäbe, was Spielverzögerung im Zeitlupentempo betrifft. Pfeifkonzerte des gesamten Stadions im Halbminutentakt.

Wann würde der Schiedsrichter aus Slowenien reagieren? Nach 10 Minuten, vielleicht 15? Er tat es tatsächlich kein einziges Mal bis zum Schlusspfiff. Von Minute zu Minute wurden die Mätzchen der spanischen Spieler immer schlimmer. Andere Schiedsrichter hätten spätestens nach fünf Minuten erste ermahnende Worte gesprochen, nach 10 wären die ersten Karten gefolgt. Dagegen schien Herr Vincic fast schon Sympathien für die immer dreister werdenden Laienschauspieleinlagen der Spanier zu haben, fast schon zärtlich kümmerte er sich um am Boden liegende schauspielende Simulanten. Das Aua einiger Villarrealspieler schien dabei teilweise so gewaltig, dass man auf den Rängen Beinamputationen noch auf dem Spielfeld befürchten müsste – glücklicherweise kam es jedesmal ganz spontan zu Wunderheilungen.

Besonders große lang anhaltende Schmerzen schien Unai Emerys Laienschauspieltruppe immer dann zu verspüren, wenn Bayern am Drücker war. Nicht ungeschickt, ein sowieso etwas verunsicherter Gegner kommt dadurch natürlich nie so richtig in den Spielfluss. Herr Vincic schien dies auch zu wissen, denn ab dem Zeitpunkt, als der FCB nach dem 1:0 so richtig ins Spiel gefunden hatte, spielte er quasi Doppelpass mit Villarreal. Bei den Münchner Standardsituation vor dem spanischen Tor hatte er permanent erhöhten Redebedarf mit allen sich im Strafraum befindlichen Spielerpärchen – ein Schauspiel, welches ich in dieser krassen Ausprägung auch noch nicht gesehen hatte. Man müsste die Bayernspieler fragen, ob SR Vincic besonders eloquent ist, weil er sich in diesen Situationen so extrem in den Vordergrund gepresst hat.

„Kommunikativer SR in inflationärem Ausmaß“

Viele lange Spielunterbrechungen: Da gibt es eigentlich im Fußball noch ein adäquates Mittel, um diese zu kompensieren. Ausgiebige Nachspielzeit! In der 2. Halbzeit wäre eine solche im zweistelligen Minutenbereich durchaus angesagt gewesen, sieben, acht Minuten eher schon ein Witz … und wie lange gibt der Slowene? Lächerlichste VIER Minuten – auch diese von Laienschauspieleinlagen unterbrochen!

Wie weit geht man, wenn es der SR gestattet?

Villarreal schien dafür gestern keine Grenzen zu kennen. Von den Medien, aber auch von nicht gerade wenigen „FCB-Fans“ wurde diese Spielweise sogar noch als „clever“ bzw. „abgezockt“ bezeichnet. Die empörten wütenden Fans im Stadion sahen das dagegen ganz anders. (Keine Ahnung, was vom tatsächlich Geschehenen im TV nicht adäquat dargestellt wurde).

Was ist eigentlich mit den deutschen Sportmedien los?

Der KICKER gibt Herrn Vincic doch tatsächlich für seine „großzügige Linie“ eine 2,0. Allerspätestens damit (aber eigentlich schon vor vielen Jahren) hat sich dieses ehemalige „Fachblatt“ als solches bei mir verabschiedet. Aber auch in allen anderen Medien fand diese seltsame Spielleitung in keinster Weise eine Erwähnung. Wie kann es sein, dass die Fans im Stadion ein ganz anderes Spiel gesehen haben? Waren die Medienvertreter denn tatsächlich im Stadion anwesend? Neben körperlich auch geistig? Haben Fußballreporter denn gar kein Gespür mehr für Fairness und Korrektheit im Spiel? Oder ist es schlicht wesentlich interessanter, im Anschluss an so ein Spiel einen noch jungen Trainer an den Pranger zu stellen als Spiel entscheidende Faktoren zu berücksichtigen?

Gründe für das Ausscheiden der Bayern

Ich teile übrigens nicht die Meinung von Oliver Kahn und Julian Nagelsmann, dass man quasi schon in Villarreal ausgeschieden ist. Ja, man hat sich durch das 0:1 in eine unkomfortable Ausgangssituation gebracht (welche bekannterweise noch hätte schlimmer sein können), aber ein FCB in Saison-Bestform hätte auch diesen fürchterlich ekligen Gegner gestern aus dem Stadion geschossen.

Die Spielleitung des SR und die extrem unattraktive Spielweise der Spanier waren natürlich nicht die Hauptgründe für das Ausscheiden der Bayern – auch wenn gerade der SR mit seinen nicht umgesetzten Möglichkeiten dazu durchaus einen wesentlichen Beitrag geleistet hat. Trotzdem finde ich es nahezu obszön, medial diese hässliche Fratze des gestrigen CL-Viertelfinals zu ignorieren. Sind heutzutage denn tatsächlich ALLE Mittel recht, um „erfolgreich“ zu sein?

Engagierte passable Leistung der Spieler

Den Bayernspielern kann man für die gestrige Leistung und vor allem für ihr gezeigtes Engagement überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie waren die gestern in allen Teilbereichen klar bessere Mannschaft (mit Ausnahme der nicht originär zum Fußball zählenden Disziplin Laienschauspiel). Sehr unglücklich, dass kurz nach der durch die Verletzung von Lucas Hernández notwendigen Auswechslung das späte Gegentor fiel. Nagelsmann wurde für die Einwechslung von Phonzie Davies kritisiert, er begründete diese aber auf der PK mit der Schnelligkeit des jungen Kanadiers. Eigentlich genau die Eigenschaft, die er in dieser Kontersituation auch benötigte. Dass der Torschütze den Ball nicht richtig traf und deshalb der Schuss diese krumme Flugkurve bekam, ist ein weiteres Bausteinchen für „Wenn es einfach nicht klappen sollte“.

Ein Weiterkommen war gestern bis zum Gegentor mehr als möglich und wäre für die im Rückspiel gezeigte Leistung absolut verdient gewesen. Nützt Thomas Müller die Riesenchance zum 2:0, muss Villarreal selbst aufmachen und wäre wahrscheinlich von Bayern aufgrund der sich dadurch ergebenen Räume auseinander genommen worden. Es sollte nicht sein!

PS: Ein kleiner Hinweis zu Herrn Vincic sei erlaubt (ja, jetzt wird es auch hier schmutzig 😉 ): 2020 wurde der Slowene in Bosnien(!) bei einer „Sexparty“ im Rahmen einer Razzia, bei welcher es um einen Prostitutionsring, aber auch illegalen Waffen- und Drogenbesitz ging, festgenommen: https://www.ran.de/fussball/international/news/bei-sexparty-slowenischer-fifa-schiedsrichter-slavko-vincic-festgenommen-149765 Jeder möge seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.


Titelbild: Das Schönste, das Erfreulichste am gestrigen Fußballabend: Die grandiose Gerd Müller Choreografie in der Südkurve vor Spielbeginn.


Ein kleiner Nachtrag: Mit Entsetzen habe ich nun das ekelhafte Nachtreten von Villarreals Coach Unai Emery auf der PK nach dem Spiel gesehen. Kein Wunder, dass seine Mannschaft so einen Spielstil „zelebriert“. Es gibt schlechte Verlierer – die Bayern waren am Dienstag keine … und es gibt noch schlechtere Gewinner – „Herr“ Emery gehört sicherlich zu diesen. Auch Spieler von Villarreal haben sich – wohl aufgrund von voran gegangenen „Übersetzungsfehlern“ – zu sehr unschönen Äußerungen hinreißen lassen. Eine in vielen Details unsympathische ekelhafte Truppe – eine Schande für den Fußballsport.

PS: Auch wenn es dann die Leistung des FCB noch schlechter darstellen würde, hoffe ich, dass Liverpool dieser gruseligen Truppe im Halbfinale so richtig die Grenzen aufzeigt. Dazu bedarf es aber auch einer korrekten SR-Leistung, dann kann sich ja „Herr“ Emery auf der PK aufregen …

22 Kommentare zu „Ausgeschieden – der FCB wieder einmal an ekeligem spanischen Fußball gescheitert

  1. Für mich gibt es nur eine Erklärung: das (sehr) schwache Defensivspiel unserer Mannschaft. Leute, Villarreal hatte 180 Minuten nur zwei Schüsse aufs Tor! Ein Schuss, ein Tor. Das ist doch nicht möglich! Glaube, dass dies in der Geschichte des FC Bayern niemals passiert ist.

    1. Meinst du jetzt das schwache Defensiv- oder nicht doch eher das schwache Offensivspiel der Bayern? Die Daten waren (aus Bayernperspektive): 22:12 Schüsse (4:1 aufs Tor) in Villarreal und 23:4 (4:1) in München. 2 Schüsse aufs Tor des „weltbesten Torhüters“ und beide drin – spricht theoretisch auch gegen ihn, beide waren aber „unhaltbar“ …

  2. 100% Zustimmung zu Deiner Analyse! Ständige Verzögerungen (beginnend in Minute eins des Spiels!!!!) und Provokationen dürfen in dem gestern gesehenen Ausmaß niemals Teil eines sportlichen (sic!) Kräftemessens werden. Da kann es keine zwei Meinungen geben. Punkt.

  3. FC Bayern Total trifft den Nagel
    auf den Kopf!

    Ich habe hier in Namibia die Übertragung von den „Inselaffen“ gesehen. (Verzeiht mir das Wort, hier passt das aber leider genau!
    Die Halbzeitanalyse von denen: die zwei (harmlosen) Konter – sonst nichts, außer Werbung.
    Der Sound: das Stadion war leise gemacht und die „Commenter“ brüllten herum, dass man die Südkurve hören konnte, aber mit Hörschutz! 😖

  4. Ich glaube nicht, dass es wichtig ist, ob Villareal ein fairer oder ein unfairer Gegner war. Gegen diese Truppe rauszufliegen ist indiskutabel. Punkt,

    Gestern hat sich ein Kreis geschlossen. Das war ein Ausscheiden, das wohl nur noch die Älteren kennen (mich erinnerte es an die Spiele gegen Anderlecht, 1986, oder gegen den BVB, 1998. Vielleicht auch an Mailand, 2007, obwohl die ein echter Champion waren nun nicht nur ein Euroleague-Gewinner .. ). In diesen Spielen hatte man, wie gestern auch, „chancenlose“ Bayern gesehen, im wahrsten Sinn des Wortes, weil sie sich keine Chancen erspielen konnten.

    Seit van Gaal 2009 hatte Bayern fast immer eine Spielidee. Mit Ausnahme von Ancelotti vielleicht, der die Devise hatte „never touch a running system“. Und mit Ausnahme von Kovac. der am liebsten mit acht Verteidigern und zwei Leichtathleten als Stürmer antritt. Aber selbst diese unglücklichen Trainer konnten Mannschaften aufstellen, die sich wenigstens ein paar Chancen erspielten. Un was bitte war das gestern? Ein peinliches Rumgeflanke, an der Grenze zur Lächerlichkeit, und Lichtjahre weg vom Europäischen Spitzenfußball. Steinzeitfußball, wie bei Erich Ribbeck.

    Ich bin seit einiger Zeit äußerst kritisch mit dem FC Bayern. Was an den neuen Verantwortlichen liegt. Kahn hat noch nichts, aber auch rein gar nichts gezeigt, Brazzo hat einen schweren Stand und Hainer ist eine ahnungslose Pfeife (der soll Trikots verkaufen, was er Jahrzehnte gemacht hat, aber bitte keinen Verein führen). Was haben denn diese drei Herren bisher geleistet? Sie verpflichten Vorstopper für 40 Mio. Ablöse, Mittelfeldspieler für 17 (Sabitzer) oder 9 Mio. (Roca), und einen „U35-Trainer“ für den Rekordbetrag von 25 Mio. .. Da stimmen die Verhältnisse nicht, das Geld wird schlecht angelegt. Die hohen Herren haben keinen Plan, die Herren wurschteln nur rum.

    Der Abgang der Häuptlinge Hoeness und Rummenigge ist mit dem Abgang des Häuptlings Alex Ferguson bei ManUnited zu vergleichen. Die sind seit 2013 die Lachnummer Europas. Bayern muss aufpassen, dass es ihnen nicht genau so ergeht.

    1. Puh, bei derart massiver Polemik und Provokation (du kannst das unmöglich alles ernst genommen haben) muss FC Bayern Total natürlich zurück schlagen:

      „Ich glaube nicht, dass es wichtig ist, ob Villareal ein fairer oder ein unfairer Gegner war. Gegen diese Truppe rauszufliegen ist indiskutabel. Punkt.“
      Da merkt man schon, dass du vor allem Basketballfan bist. Du kannst dir schlichtweg einige Fußballszenarien nicht vorstellen. Klar, beim Basketball würde so ein Spiel dann 4 Stunden dauern und eine Mannschaft mit derart vielen technischen Fouls zugedeckt werden, dass sie schon deswegen „chancenlos“ verlieren muss. Aber: Fußball ist nicht Basketball!

      Dein Blick in die Historie ist – mit Verlaub – völlig misslungen. Vielleicht hast du da auch nur Spiele verwechselt oder nicht mehr korrekt in Erinnerung. Alle 3 Gegner waren definitiv wirkliche (Europapokal)Champions ihrer Zeit.

      1986 ist man knapp am belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht gescheitert (der von 1976 bis 1984 auch dreimal einen Europapokal gewonnen hatte). In München war man lange Zeit hoch überlegen, hatte zahlreiche(!!) Chancen, lag zur Halbzeit 2:0 vorn und kassierte eine Viertelstunde vor Schluss das 1:2. Anderlecht machte es im Rückspiel besser und verteidigte seine 2:0-Halbzeit-Führung. Dennoch hatte der FCB auch im Rückspiel zahlreiche Chancen. Fast dieselbe FCB-Mannschaft eliminierte Anderlecht ein Jahr später u.a. mit einem 5:0-Heimsieg …

      1998 – ein „Abnützungskampf“ über 210 Minuten gegen den amtierenden CL-Sieger Dortmund. Bayern ganz sicher nicht die schlechtere Mannschaft und noch weniger chancenlos.

      2007 – 2:2 und 0:2 gegen den späteren CL-Sieger Milan. Heute hätte der VAR Inzaghis vorentscheidendes 0:2 kassiert. Milan extrem „abgezockt“ (hier sehe ich die einzige Parallele zum Villarreal-Spiel) und Bayern damals auf dem Scheideweg. Im Sommer kam dann der ganz große Umbruch.

      Zum gestrigen Spiel: Keineswegs war der FCB gestern „chancenlos“. Zum 1:0 von Lewy hatte Müller 2 Riesenchancen und Upa eine … Fällt das 2:0, bricht Villarreals Abwehrblock auseinander und Bayern versenkt das gelbe U-Boot. Villarreal stand konsequent 70 Minuten mit 10 Feldspielern vor und im eigenen Strafraum, 18 Minuten lag mindestens einer von ihnen weinend am Boden …
      Das Spiel erinnerte an ManCity gegen Atlético, selbst ManCity war nach deiner Logik dann (fast) „chancenlos“ … das 1:0 reichte dann auch gestern. Übrigens: Der SR gab gestern 13(!!) Minuten Nachspielzeit!

      Und dann wird es leider noch polemischer – darauf einzugehen, habe ich schlichtweg keine Lust. Der „40 Mio-Vorstopper“, wie von dir so richtig abwertend erwähnt, war übrigens am Dienstagabend einer der besten Spieler auf dem Platz …

      PS: Wenn die Mannschaften von 1986 und 1998 gar so schlecht und „chancenlos“ waren, wie von dir behauptet, ist es dann doch erstaunlich, dass sie 1987 und 1999 jeweils im Europapokalfinale standen. Das macht zumindest Hoffnung für 2023.

      2. PS: Nagelsmann ist ein herausragender Trainer – in allen Einzeldisziplinen. Seine Truppe hat in dieser Saison viele überragende Spiele gezeigt. Bitter ist, dass jetzt zum entscheidenden Zeitpunkt viele überragende Offensivspieler eine „Leistungsdelle“ haben (Müller, Sané, Gnabry, auch Lewy ist gerade nicht in Bestform). Wäre dies nicht der Fall, wäre das ekelige U-Boot von dieser Truppe auf alle Fälle versenkt worden. Hoffentlich haben die Verantwortlichen des FCB mehr Geduld (und Professionalität) als so manch „Fan“. Insgesamt leben wir natürlich in einer sehr hysterischen Zeit … noch viel schlimmer als in 1986 oder 1998 …

      1. Mein Beitrag war keine Polemik, @Peter, die kommt jetzt:

        In 90 Minuten kann sich auch der Underdog durchsetzen. In 180 Minuten gewinnt die bessere Mannschaft. So auch jetzt. Villareal war – leider – besser.

        Wann ist eine Mannschaft „überlegen“? IMHO ist sie das nicht, wenn sie dauernde den Ball hin und herschiebt. Sondern wenn sie mit dem Ball was anfangen kann, sprich, ihn in Richtung Tor bewegt, und das am besten schnell. Das konnte Villareal 180 Minuten lang besser. Und in dieser Disziplin hat Bayern komplett versagt.

        Nehmen wir Sane. Nicht nur der teuerste, sondern auch einer der talentiertesten Bayernspieler. Der hing gestern komplett in der Luft. Kein Wunder, soll er alleine fünf Abwehrspieler ausschalten? Zu einer Flügelzange braucht es mehr als einen. Wo war gestern der zweite rechte Flügelmann? An der Stelle von Unai Emery würde ich einen Dankesbrief an Nagelsmann schreiben, dass er Bayerns Stärken so komplett neutralisiert hat, wie es Villareal aus eigenen Mitteln nie geschafft hätte.

        Und dann nochmal: Dieses Rumgeflanke ist unwürdig, wenn man den Anspruch hat, eine europäische Spitzenmannschaft zu sein. Das sind die Methoden der 1980er (Kaltz, Hrubesch). Oder vielleicht auch die von ManUnited in der Spätphase von Ferguson, als der sich nur noch auf van Niestelroy verlassen konnte (als er den dann zu Real vergrault hatte war Schicht um Schacht für diesen früher großen Club). Kein CL Sieger der letzen 15, 20 Jahre, und da gehört Bayern mit dazu, hat das durch hohe, weit geschlagene Flanken erreicht. Das war kein Fußball vorgestern, das war Fußballbürokratie.

        Aber ich bin offen gestanden froh über diese Niederlage. Noch so eine Saison, dann ist der FC Bayern da, wo er 2009 schon mal stand. Dann werden Änderungen in der Vereinsführung unausweichlich. Dann kommt Max Eberl aus der Versenkung, und der eine oder andere aktuelle Underperfomer aus der C-Klasse wird seinen Hut nehmen. Nein, ich schieße mich nicht auf Brazzo ein, der von den aktuellen noch den besten Job macht (und das sogar mit Abstand). Es gibt da einige andere.

      2. Man weiß immer nicht, ob man lachen oder weinen (oder schreien) soll, wenn Fußball-Couch-Potatoes, die selbst nie aktiv Fußball gespielt haben, einem äußerst versierten Trainer wie Julian Nagelsmann Taktik-Nachhilfestunden geben wollen … Das ist schon dreist …

        Keine Ahnung übrigens, warum über insgesamt 180 Minuten nicht die Regeln wie über 90 Minuten gelten sollen. Einzig die Wahrscheinlichkeit, dass sich über 180 Minuten tatsächlich die bessere Mannschaft durchsetzt, ist höher.

        Außerdem: Die von dir zitierte „Flügelzange“ besteht i.d.R. aus ZWEI Spielern, einer links, einer rechts … sagt ja eigentlich das Wort schon. Der zweite Spieler auf der anderen Seite war wohl der beste FCB-Spieler gegen VillarReal Kingsley Coman …

        Auch falsch: „Kein CL Sieger der letzen 15, 20 Jahre, und da gehört Bayern mit dazu, hat das durch hohe, weit geschlagene Flanken erreicht. Das war kein Fußball vorgestern, das war Fußballbürokratie.“

        Im „Finale dahoam“ war das auch größtenteils das Mittel der Bayern, weil Chelsea ebenfalls 2 Omnibusse im eigenen Strafraum geparkt hat. Kurzzeitigen Erfolg brachte die Flanke auf Thomas Müller, welche dieser per Kopf zum 1:0 verwandelte. Ironie des Schicksal war, dass Chelsea per Kopf nach dem ersten eigenen Eckball ausglich … Ich wiederhole mich: Selbst ManCity hat gegen Atlético zu diesem Mittel gegriffen …

        Wie ist übrigens noch das 1:0 durch Kingsley Coman im CL 2020 gefallen? 😉

        PS: Diese „Diskussion“ erinnert mich übrigens an frühere Zeiten. Ein gewisser Wipf hat zu gewissen Beiträgen immer irgendeine Meinung abgegeben, obwohl das Thema eigentlich ein ganz anderes war … komplette Themaverfehlung – egal! 😉

        2. PS: Hättest du die Bayernspiele dieser Saison aufmerksam verfolgt, dann wüsstest du, dass der Nagelsmann-Fußball eigentlich ganz andere Elemente beinhaltet … „Krise zur Unzeit“ nennt man so etwas wohl …

      3. Wie ist das Finale 2012 ausgegangen?

        Bayern verpflichtet jede Saison einen neuen Innenverteidiger. Mal für 40 Mio,, mal für 80 Mio, mal für 20 Mio. Und als rechten Außenverteidiger holt man einmal in 10 Jahren einen Bouna Sarr ..

      4. Rechte FCB-Außenverteidiger:
        Benjamin Pavard: Französischer Nationalspieler und Weltmeister
        Josip Stanisic: Kroatischer Nationalspieler
        Bouna Sarr: Senegalesischer Nationalspieler und Afrikameister.
        Alle drei übrigens voraussichtlich bei der WM dabei …

      5. Karl-Heinz Rummenigge gibt ein Interview (wohl in Bild und Kicker).

        Nochmal: Karl-Heinz Rummenigge gibt das Interview. Nicht Olver Kahn (der das, wie es jeder im TV mitbekommen hat, nicht kann). Und auch nicht Hainer (den ich nicht ertrage, mit seinem „CEO-Gehabe“). Wenn sich schon der Ex-Vorstand äußern muss, weil das aktuelle Clubmanagement die Oerganisation nur weiter blamieren würde, ist das der finale Misstrauensbeweis.

    2. Dieser Kommentar gibt einiges her ! Daß spanische Teams provokativen Fußball spielen wenn`s sportlich nicht reicht ist bekannt . Wenn aber ein Trainer durch seine Taktik seine eigenen Spieler aus dem Spiel nimmt und das nicht sieht so ist das bedauerlich. Lewi und Thomas können nur schlecht aussehen wenn sie keinen Raum bekommen und die eigenen Mitspieler diesen zustellen. Daß Sane rechts nichts hinkriegt sieht jeder Laie nur einer nicht ! Wie kann ich 3 – 4 Min. vor Schluß die Abwehr umbauen und öffnen ? ( „Lehrling“.) Bayern ist auf dem Weg sich einer im europäischen Leistungsvergleich abbauenden BL an zu passen.

      1. Lieber Fritz,
        warst du selbst im Stadion? Diese „Taktik-Kritik“ an Nagelsmann kenne ich bislang ausschließlich von TV-Zuschauern.
        Im Stadion hat sich das alles doch ganz anders gestaltet. Das muss man einmal von den Rängen in der Totale sehen …
        Das mit Sané würde hier den Rahmen sprengen – vor allem angesichts dessen, dass das Thema hier eigentlich ein ganz anderes ist …
        Die Abwehr MUSSTE leider umgebaut werden, weil Lucas Hernández verletzt raus musste … Auf der PK nach dem Spiel hat Nagelsmann ganz plausibel erklärt, warum er Phonzie gebracht hat.
        PS: Man muss jetzt auch nicht alles in Schutt und Asche reden und schreiben. Sehr viele Spiele dieser Saison waren ausgezeichnet. Leider ist die Form in den letzten Wochen aber verloren gegangen … Warum, darüber kann auch viel spekuliert werden, aber eben nur spekuliert …

  5. das ist doch totaler Quatsch ! Wenn man ehrlich ist, war das eine Konsequenz der Spielweise der letzten Wochen. Nicht mehr an zu schauen was aus der Truppe geworden ist. Es waren keine „Zufälle“ und Ausnahmen wenn die Bayern fett auf den Sack bekamen. Diese Nummer ist für JN noch ne Nummer zu groß, ich hätte ihn nicht oder noch nicht geholt, der muss aufpassen, das er die Schale noch kriegt………

  6. Wenn man die restlichen Europapokalbegegnungen dieser Woche verfolgt hat, dann ärgert die SR-„Leistung“ bzw. die ganz spezielle Interpretation des Herrn Vincic noch mehr.

    Überall konsequente Schiedsrichter: Für Mätzchen gab es eine inflationäre Anzahl an Karten und sehr sehr lange Nachspielzeiten: Z.B. in Madrid 13 Minuten, in Bergamo 8 Minuten, in Barcelona 11 Minuten ….

  7. Warum nach so einem Spiel Nagelsmann und Brazzo angefeindet und belehrt werden, werde ich wohl nie verstehen. Beide haben mehr Ahnung von Fußball und Fußballmanagement als alle, die jetzt auf dieser Seite und anderen Seiten angeben, dass man beide Männer entlassen sollte.
    Leute: Es war keine Glanzleistung von Bayern, eine gewisse Enttäuschung kann ich verstehen – aber warum denn bitte so, dass zum Teil der eigene Verein und alle handelnden Personen angefeindet werden?
    Die defensive Spielweise von Villarreal im zweiten Spiel haben wir uns durch die Niederlage im Auswärtsspiel gewissermaßen selbst „eingebrockt“. Gegen diese Mannschaft wird übrigens auch Liverpool nicht 5:0 gewinnen.

  8. Seit wann jammern Bayernfans über den Schiedsrichter? Was soll das??

    Dieser Blog, lieber Peter, sollte sich mit den objektiven Gründen für das Ausscheiden beschäftigen und nicht Nebensächliches zum Grund erklären! Denn der Schiedsrichter mag nachgiebig gewesen sein und Villareal Freistöße zugesprochen haben, die keine waren.

    Bayern ist ausgeschieden, weil sie das zweite Tor nicht gemacht haben. Frage mal bei Thomas Müller nach.

    Bayern ist ausgeschieden, weil das Angriffsspiel nicht variabel genug war, weil Lewy selten in Szene gesetzt wurde.

    Und weil in der 87. Minute drei Bayern auf den Ball gehen und dahinter ein riesiges Loch ist …

    Wer seine Chancen nicht nutzt, weil er im Formtief ist, soll bitte nicht über den Schiedsrichter jammern! Das ist jedenfalls meine Meinung.

    Herzliche Grüße,
    Thomas

    1. Ganz im Ernst, lieber Thomas, trotz der „herzlichen Grüße“ macht mich so ein Kommentar (zumindest) fassungslos.

      Ich bin FCB-Fan mit Leib und Seele, aber auch Liebhaber des Fußballspiels. Was Villarreal fabriziert hat, ist eine Beleidigung, eine Vergewaltigung dieses großartigen Sports. Und diese ekelhafte Schauspieltruppe hatte einen mächtigen Komplizen: Einen entweder komplett unfähigen oder nicht unparteiischen SR … vielleicht auch eine Mischung aus beidem.
      Apropos „Beleidigung“: Das Wort „jammern“ beleidigt mich (persönlich) in diesem Kontext. Wir alle im Stadion haben nicht „gejammert“, wir waren erbost, wütend, stinksauer … Und das begann in Minute 1 des Spiels.

      In den Social Media wurde dieser Beitrag sehr kontrovers diskutiert. Eine durchaus beachtliche Mehrheit hat diesen „gefeiert“, nicht wenige haben aber auch so wie du (und krasser) argumentiert.

      Diese Seite sucht sich außerdem die Themen, über welche sie schreiben möchte, selbst aus. Sollte jemand ein anderes Thema bevorzugen, darf er hier liebend gerne einen entsprechenden Gastbeitrag zum Besten geben … Das ist eine ausdrückliche Einladung an dich. Dann wirst du aber wahrscheinlich auch schnell feststellen, wie viel Gegenwind man eigentlich bei JEDEM DISKUSSIONSTHEMA aushalten muss.

      Was ich zudem nicht ganz verstehe: Im Beitrag selbst steht ganz ausdrücklich, dass die „Spielleitung des SR (auch wenn sie katastrophal war) und die extrem unattraktive Spielweise der Spanier NICHT(!) die Hauptgründe für das Ausscheiden waren – hast auch du das überlesen?

      Hättest du dich als Bayernfan übrigens über ein Weiterkommen der eigenen Mannschaft „à la Villarreal“ freuen können? Ich definitiv nicht. Gefällt dir Fußball wie ihn Villarreal, Atlético präsentiert?

      PS: Das „Highlight“ dieser Europapokalwoche war (neben RB und Frankfurt aus deutscher Sicht) übrigens das Ausscheiden von Simeones Truppe … ManCity hat Atleti doch glatt mit deren eigenen Waffen geschlagen – und wie übel hat sich Atleti deswegen auf dem Feld, aber vor allem im Nachlauf (auch Kabinengang) aufgeführt! Eigentlich ein Brüller, wenn einem „Täter“ plötzlich dasselbe angetan wird …. Aber wollen wir ManCity in der Zukunft wirklich SO spielen sehen? Ich nicht. Der (deutsche) SR bei der Schlacht in Madrid hat übrigens 13(!!!!) Minuten nachspielen lassen und alle Mätzchen geahndet. Auch alle anderen SR dieser Woche haben ihren Job gemacht, Herr Vincic – warum auch immer – nicht. Das ärgert mich kolossal.

  9. Auch wenn ich die Schuld für das Ausscheiden nicht beim Schiedsrichter suchen möchte, so eine Schlussphase wie in München oder in Madrid, mit Schauspieleinlagen und Zeitschinderei, will definitiv niemand sehen! Es kann auch nicht sein, dass es nur im Ermessen des Schiedsrichters / Schiedsrichterteams liegt, wie lange nachgespielt wird. Hier müssen endlich klare Regeln her!! Ich verstehe auch nicht, warum die FIFA oder die UEFA noch tatenlos zusehen, das beschädigt den gesamten Fußball. Mein Vorschlag wäre eine Nettospielzeit in den letzten 10 oder 15 Minuten, dann können sich die Spieler solange auf dem Boden wälzen wie sie wollen…

  10. Ich war live im Stadion und bin über die Leitung und Leistung des Schiedsrichters ebenfalls empört! Unglaublich was dieser Herr alles durchgehen lies und kein einziges Zeitspiel wurde geahndet.

    Und trotzdem war es für mich nicht ausschlaggebend für das Ausscheiden der Bayern. Auch das Hinspiel nicht.

    Es waren vielmehr die Spieler selbst inklusive des Trainers. Die Lustlosigkeit eines Sane in diesem Spiel – trabt auf dem Platz, spielt immer wieder nach hinten, anstatt seine Schnelligkeit nach vorne auszunutzen, Ball weg und er bleibt stehen, kein Nachsetzen – und Coman war bemüht, tribbelte sich aber immer wieder – selbstverliebt – fest, bis der Ball weg war. Selbst Thomas Müller hat nicht richtig ins Spiel gefunden und Levy hing in der Luft, weil von beiden Außen – Siege oben – nichts in die Mitte kam.

    Schade, aber die Choreografie war ein Erlebnis und das Beste an diesem Tag im Stadion.

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