Legendäre FCB-Geschichte  –  der erste Endspielsieg gegen den BVB

Als die Bayern am 19. April 2008 als haushoher Favorit im Pokalendspiel auf Borussia Dortmund trafen, konnte keiner ahnen, dass dies der Beginn einer 10-jährigen Periode von Pokalschlachten ist, in welcher die beiden Vereine den DFB-Pokal-Sieg meist im direkten Duell gegeneinander ausmachten. Wenige Tage vor dem Endspiel demütigten die Bayern im Bundesligaheimspiel den BVB mit 5:0. Bereits nach 22 Minuten stand es 4:0, hätten die Münchner dann nicht komplett den Stecker gezogen, wäre es für die Borussia möglicherweise ähnlich dramatisch wie im November 1971 in München ausgegangen (1:11).

Die Rollen waren vor dem Spiel dementsprechend klar verteilt: Die Bayern waren zu jenem Zeitpunkt der Konkurrenz in der Bundesliga weit enteilt, der BVB zwar nicht in akuter Abstiegsgefahr, trotzdem wackelte der Trainerstuhl von Coach Thomas Doll gewaltig.

Dagegen konnte der zum Saisonende scheidende FCB-Coach Ottmar Hitzfeld sogar auf das erste „Triple“ der Bayerngeschichte hoffen: Auch im UEFA-Pokal stand man nach dem Wunder von Getafe im Halbfinale.

Nach der aus Bayernsicht sehr ernüchternden Saison 2006/07 – zum bisher letzten Mal hatte man sich nicht für die Champions League qualifizieren können– rüsteten die Bayern vor der Saison auf wie noch nie in der Vereinsgeschichte. Mit Miro Klose, Luca Toni und Franck Ribéry hatte man absolute Topstars verpflichtet. Die beiden Letztgenannten waren schließlich neben einem überragenden Oliver Kahn (in seinem letzten großen Finale) die Hauptprotagonisten im Pokalfinale gegen den BVB.

Nach glänzender Vorarbeit von Ribéry gelang Toni im ausverkauften Berliner Olympiastadion der frühe Führungstreffer für die Bayern (11. Minute). Dieser tat dem Favoriten aber nicht gut. Offensichtlich noch das kinderleichte 5:0 im Hinterkopf suchten die Bayern nicht die schnelle Vorentscheidung, sondern schalteten viel zu früh in der Partie in den Verwaltungsmodus. Obwohl man das gesamte Spiel überlegen gestaltete, ließ man den BVB nicht nur am Leben, sondern gestattete ihm in der Nachspielzeit nach einer Fehlerkette nach einem Eckball sogar noch den Ausgleich: Mladen Petric erzielte das 1:1 in der 90. + 2. Minute.

So mussten die Bayern in die 30-minütige Verlängerung gehen. Abermals Luca Toni in seiner unnachahmlichen Torjägermanier gelang letztendlich der vielumjubelte Siegtreffer (103. Minute). Apropos unnachahmlich: Obwohl der sympathische emotionale Italiener eine völlig andere Körperkonstitution besitzt, war er in seinen Aktionen wohl der erste FCB-Torjäger der an den legendären Gerd Müller erinnerte, nicht zuletzt eben jenes 2:1 im Pokalfinale 2008.

Tonis 2:1 – instinktiv und wahrscheinlich ohne den Ball vorher richtig gesehen zu haben, verlängert er mit ein Schüsschen mit seiner langen „Gräte“ 😉 🙂

Die Bayern ließen sich anschließend nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, der BVB konnte – auch wegen der gelb-roten Karte für „Kuba“ – nichts mehr zulegen.

Am Ende jubelten nur die Bayern, am Saisonende auch über das Double. Oliver Kahn beendete seine aktive Karriere, Ottmar Hitzfeld verließ zum Saisonende ebenfalls den FCB, auch ein bisschen genervt von den Sticheleien von Kalle Rummenigge. Apropos Rummenigge: Dieser wünschte sich als Nachfolger von Hitzfeld einen gewissen Jürgen Klinsmann. Uli Hoeneß dagegen plädierte für Jürgen Klopp. Der Kloppo wurde schließlich der Nachfolger von Doll, welchen die starke Leistung seiner Mannschaft im Pokalfinale nicht retten konnte, in Dortmund. Man könnte heute viel über das damalige Szenario spekulieren. Tatsache ist sicherlich, dass der spätere Startrainer Jürgen Klopp in Dortmund viel Zeit bekam, um eine titelfähige Truppe zu formen, mehr als jeder FCB-Trainer im letzten halben Jahrhundert.

Der „Titan“ – einer der Matchwinner – wird unmittelbar nach seinem letzten Finale gefeiert.
Franck und seine Jubelläufe mit gewonnenen Trophäen – 2008 zum ersten Mal. Eine lieb gewonnene 12-jährige FCB-Tradition bis 2019.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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