Die Bayern auf Ibiza – Felix Magath ohne Vertrauen in seine eigene Arbeit

Ein Kommentar von Petersgradmesser

Seit der FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidzic die Medien über einen kurzzeitigen Urlaubsaufenthalt fast aller FCB-Profis auf Ibiza informiert hat, hat Fußball-Deutschland, speziell die Medien und die FCB-Fans ein neues „Clickbaiting/sich-in-Rage-reden“-Thema.

Wortlaut Brazzo gegenüber der Zeitung mit den vier Buchstaben:

„Vergangene Woche haben uns die Spieler darüber informiert, dass sie die beiden trainingsfreien Tage in der Gruppe auf Ibiza verbringen möchten. Wir haben das als teambildende Maßnahme akzeptiert.“

Man kann darüber unterschiedlicher Meinung sein, ich persönlich finde die Idee und die Aktion gut. Die Tage wären sowieso trainingsfrei gewesen und die Mannschaft des FCB zeigt damit deutlich auf, dass Ihr Miteinander viel besser ist als viele Außenstehende glauben („Fans“) oder einen glauben lassen wollen (Medien). In anderen europäischen Ligen scheinen solche Aktionen schon länger Usus zu sein, wir Deutsche sind da wohl insgesamt ein bisschen spießig

Den Vogel in der ganzen „Staatsaffäre“ schießt aber ein gewisser Felix Magath ab: Der Ex-Bayern-Trainer (2004 – Januar 2007) und jetzige Hertha-Coach wirft den feiernden Meister-Bayern seit der Mainz-Pleite „Wettbewerbsverzerrung“ vor. 

Magath: „Ich habe das eben gelesen. Was soll ich dazu sagen? Englische Teams machen das schon lange, aber ich weiß nicht, ob es da solche Ergebnisse gibt. Ich würde so etwas auf jeden Fall nicht erlauben, so etwas käme mir nicht in den Sinn. Mal sehen, wie es weitergeht. Einmal ist eine Meisterfeier ja verständlich, aber nicht drei Wochen lang.“

Immerhin erstaunlich, dass er weiß, dass es solche Maßnahmen in der aktuell besten Liga der Welt gibt. Dem Deutschen Meister traut er aber offensichtlich keine gelungene Umsetzung zu. Dies ist durchaus als anmaßend zu bezeichnen.

Den offensichtlichen Hintergrund seiner Kritik und „Ängste“ kann man an der Bundesliga-Tabelle ablesen: Der nächste Gegner des FCB am kommenden Sonntag ist der VfB Stuttgart. Schauen wir vor dem vorletzten Spieltag fast ganz nach unten in der Tabelle … 15. Hertha BSC  33 Punkte  35:67 Tore …. 16. VfB Stuttgart   29 Punkte  37:56 Tore. Die Berliner haben am vergangenen Wochenende beim 1:1 in Bielefeld den fast sicheren Nicht-Abstieg verdaddelt, als sie in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer hinnehmen mussten. Den Klassenerhalt aus eigener Kraft sicherstellen könnten sie jedoch am Samstagabend mit einem Heimsieg gegen Mainz 05.

Traut „Quälix“ seiner Mannschaft tatsächlich keinen Sieg zu? Hat er so starke Zweifel an seiner eigenen Arbeit? Immer noch mit den „legendären Medizinbällen“? )*  Dabei haben ihm die Bayern eigentlich mit der Pleite in Mainz schon einen doppelten Gefallen getan: Zum einen ist es fast schon ein Bundesliga-Gesetz, dass Mannschaften, die den FCB bezwingen, zumindest das nächste Spiel „verkacken“, zum anderen sollten damit die eigenen Sinne geschärft sein, dass man am Sonntagabend nach 2018 nicht die zweite Pleite gegen den VfB vor der eigenen – offiziellen -Meisterschaftsfeier erleidet.

Herr Magath, erledigen Sie am Samstag bitte Ihre eigenen Hausaufgaben, bevor Sie völlig unnötig andere maßregeln. Zeigen Sie Persönlichkeit und Selbstvertrauen, wie Sie das eigentlich beim FC Bayern als ehemaliger Meistertrainer gelernt haben müssten!

)* Seit seiner Entlassung beim FC Bayern Ende Januar 2007 scheint Magath ein gestörtes Verhaltnis zum Rekordmeister zu pflegen. Fast bei jeder Gelegenheit schießt er gegen den Verein, viele seiner Statements und Vorwürfe hatten dabei einen „fragwürdigen Touch“. Trotz der unter ihm gewonnenen Doubles 2004/05 und 2005/06 gelten die  2 1/2 Jahre unter ihm nicht gerade als „Glanzjahre“ des Vereins. Er war weder bei der Mannschaft noch bei den Fans beliebt. Seinen Spitznamen „Quälix“ hatte er sich über viele Jahre redlich durch seine schon damals antiquierten Trainingsmethoden verdient. Jahrzehntelang bezeichnete man solche Trainer als „Schleifer“.

Hierzu eine Anekdote aus dem Sommer 2006: Unter Magaths Fittichen spielte damals das sehr hoffnungsvolle Talent aus Paraguay Julio dos Santos, ein „Edeltechniker“. Paraguay war Teilnehmer der WM 2006 und hatte sein Trainingsquartier in der Nähe von München. Dabei kam es zu einem Treffen zwischen Uli Hoeneß und den Verantwortlichen. Während einer Autofahrt hat ein Paraguayo den damaligen Manager des FCB gefragt, was denn eigentlich mit dos Santos los wäre, er kam als flinker Edeltechniker nach München und jetzt habe er nur noch gewaltig muskulöse Oberschenkel, die ihn am Laufen hindern würden. Hoeneß muss daraufhin – in seiner typischen Art – knallrot angelaufen sein und fürchterlich auf den „Quälix“ geschimpft haben. Der Anfang vom Ende des Felix Magath beim FC Bayern? (Mein Informant saß übrigens damals mit ihm Auto und hat als erster die Schimpftiraden des jetzigen Ehrenpräsidenten mitbekommen)

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