Legendärer FC Bayern – das zweite Double der Vereinsgeschichte

Eine Woche nach der 9. Deutschen Meisterschaft, die den FC Bayern zum damaligen Rekordmeister 1. FC Nürnberg hatte aufschließen lassen, holte er in einem einseitigen Pokalfinale das zweite Double seiner Vereinsgeschichte nach 1969. Der Gegner am 3. Mai 1986 in Berlin hieß ausgerechnet VfB Stuttgart, welcher durch seinen dramatischen 2:1-Sieg über den SV Werder Bremen am letzten Bundesliga-Spieltag erst die bayerische Meisterschaft ermöglicht hatte. Die Bayern zeigten im Endspiel dafür wenig Dankbarkeit und schossen die Schwaben mit 5:2 buchstäblich ab.

Vor 76.000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion stellten bereits zur Halbzeit zwei Tore des FCB-Goalgetters der 1980er und frühen 1990er Jahre Roland Wohlfarth die Weichen auf Sieg. Nach der Halbzeit erhöhte Michael Rummenigge auf 3:0 und 4:0. Guido Buchwald konnte in der 76. Minute auf 1:4 verkürzen, nur zwei Minuten später stellte Wohlfarth mit seinem dritten Treffer wieder den Vier-Tore-Abstand her. Kurz vor Spielende verkürzte Jürgen Klinsmann noch zum Endstand von 5:2 aus Bayernsicht.

Roland Wohlfarth ist bis heute der einzige Bayernspieler, dem in einem DFB-Pokalfinale drei Treffer glückten – dies bei immerhin bereits 24 Endspielteilnahmen, von welchen 20 gewonnen wurden und obwohl sowohl Gerd Müller als auch Robert Lewandowski jeweils viermal ein solches Endspiel für den FCB bestritten. Lewandowski gelang dies tatsächlich – allerdings leider im Finale gegen den FCB (2012).

Siehe auch https://fcbayerntotal.com/2020/01/11/die-vergessene-fc-bayern-legende/

Dieter Hoeneß, der bis 1979 selbst für den VfB gekickt hatte, schien der Ausgang des Spiels nach der großen Hilfestellung im Meisterschaftsfinale tatsächlich peinlich zu sein: „Irgendwie bedauere ich ja doch, dass wir gewonnen haben.“ Schon direkt nach der Meisterschaft hatte er gemeint: „Die haben so total gekämpft, von mir aus kann der VfB jetzt ruhig Pokalsieger werden.“ Keine Ahnung, ob der Dieter das wirklich ganz ernst gemeint hat. Ob die Bayern von der Pokalgöttin für ihre Gnadenlosigkeit und ihre Titelgier anschließend bestraft wurden?Erst satte zwölf Jahre später stand man wieder in einem Finale, welches mit 2:1 gegen den MSV Duisburg gewonnen wurde.

Knapp zwei Monate später standen Stuttgarter und Bayern zusammen im verlorenen WM-Finale gegen Maradonas Argentinien (2:3). Karlheinz Förster vom VfB und Norbert Eder, Lothar Matthäus und Dieter Hoeneß vom FCB. Zudem der Ex-FCB-Starspieler Kalle Rummenigge und der spätere Bayer Thomas Berthold. Im WM-Kader von Teamchef Franz Beckenbauer standen zudem aus jenem Pokalfinale 1986 Klaus Augenthaler (FCB) und der „Meistermacher“ Karl Allgöwer (VfB) (siehe auch   https://fcbayerntotal.com/2022/04/26/legendare-fcb-geschichte-mit-einem-60-sieg-gegen-gladbach-zum-deutschen-rekordmeister/)

Titelbild: Final-Zweikampf zwischen Mätthäus und Buchwald. Der VfB-Abwehrrecke stand ebenfalls im „vorläufigen Aufgebot“ der deutschen Nationalmannschaft für Mexico, wurde aber letztendlich von Beckenbauer nicht berücksichtigt. Vier Jahre später sollte seine große WM-Stunde schlagen. Selbst als „Diego“ tituliert ließen er, Matthäus, Augenthaler, Klinsmann & Co. Argentinien und seinem Superstar Maradona im WM-Finale letztendlich keine Chance, auch wenn das Ergebnis das knappste aller möglichen war: 1:0. Vielleicht war das das von Dieter Hoeneß gewünschte Happy-End für die Stuttgarter Finaltorschützen von 1986? Ja, jetzt wird es sehr kitschig … 😉

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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