FC Bayern – Medienbashing, absurde Transfergerüchte, Sommerloch

Da ist es wieder, das unendlich große und lange Fußball-Sommerloch. Es trifft uns jedes Jahr, aber es scheint auch jedes Jahr größer und schlimmer zu werden. Die Bayernfans, die Fußballfans  im Allgemeinen, wollen neue Meldungen zu ihrem Verein – es gibt aber in dieser Zeit einfach keine vernünftigen seriösen. Also spekulieren, fabulieren und fantasieren die Medien. Am besten läuft es, wenn man die Leser emotional berührt, leider funktioniert dies im Vergleich zu Positivmeldungen – Mané-Verpflichtung – mindestens genauso gut, wenn man sie (noch) wütend(er) macht. Mancher Fan hat noch eine Rechnung offen mit der letzten „Nur-Meisterschaft-Saison“ und ihren Protagonisten, egal ob Spieler oder Funktionäre. Das nützen die Medien zum Teil schamlos aus.

Ein paar Beispiele

Der nicht respektierte Süle

Der ablösefreie Abgang von Niklas Süle sorgte schon zu Beginn des Jahres für viele – auch unappetitliche – Schlagzeilen, als klar wurde, dass er zum Rivalen nach Dortmund wechseln würde. Der BVB wollte ihn offensichtlich mehr als der FCB. Wie viel welcher Verein mehr oder weniger als der andere zahlen wollte, nun zahlt, bleibt ein Geheimnis. Die zur Verfügung stehenden Informationen sind nicht deckungsgleich. Das Thema war aber eigentlich längst durch.

Nun aber scheint der Innenverteidiger im Mitgliedermagazin des BVB noch einmal nachzukarten. „In meiner Karriere wurde ich trotz aller sportlichen Erfolge nicht immer so respektiert, wie ich es meiner Meinung nach verdiene.“  Damit kann nicht Hoffenheim, sondern muss die Situation beim FC Bayern gemeint sein. Ob es von Niveau zeugt, dass ein Verein so etwas bei der Präsentation eines neuen Spielers bringt, sei jedem selbst überlassen. Auf alle Fälle produziert dieser eine – absolut nicht neue – Satz von Süle wieder jede Menge Artikel, Bashing-Überschriften und (Negativ-)Diskussionen.  

Frings musste sich „bei Bayern teilweise zum Training zwingen

Was bei aktuellen Spielern funktioniert, funktioniert eventuell auch bei Spielern, die vor fast 20 Jahren in München gespielt haben und eigentlich längst vergessen wurden. Die Medien versuchen es zumindest. Die Frings-Artikel wurden in den Social Media auf alle Fälle in fast allen FCB-Fanseiten geteilt.

Torsten Frings erzählt in einem Interview mit transfermarkt.de, dass er 2004 eigentlich gar nicht von Dortmund nach München wechseln wollte, der BVB aber finanzielle Probleme hatte und sein Wechsel die Bundesligalizenz des Vereins sichern sollte. So wechselte er für gut neun Millionen EURO nach München, wurde Doublesieger, kam aber ganz offensichtlich nicht mit dem damaligen Bayerntrainer Felix Magath und seinen Trainingsmethoden zurecht.

Die wesentlich inhaltvolleren und korrekteren Überschriften im Fall von Frings, der den FCB dann auch tatsächlich im Sommer 2005 nach nur einer Saison verließ, wären gewesen:

Frings-Transfer nach München rettete dem BVB 2004 die LizenzoderFrings kam 2004/05 nicht mit Magath zu Recht“!  Die erste Überschrift wäre auch heute noch ein Knaller, die zweite aus heutiger Sicht eher zu unwichtig. Aber es sollte nicht BVB- sondern FCB-Bashing betrieben werden. Passt in den Kontext Süle – unzufriedener Bayernspieler verlässt den FC Bayern!

CR7 möchte ManUnited verlassen, Wunschverein: FC Bayern!

Sensationeller geht es nicht, ganz egal, ob realistisch oder völliger Unsinn und Fake! So ein Beitrag, nur die Headline tangiert grundsätzlich alle FCB-Fans.

Die einen verehren ihn, würden ihn gerne anstelle des Söldners Robert Lewandowski an der Säbener Straße sehen, argumentieren mit Marketing und unzähligen verkauften CR7-Trikots.

Die anderen verachten ihn seit seinem Auftauchen im Weltfußball vor nahezu zwei Jahrzehnten wegen seiner selbstverliebten egoistischen Art und Weise, auf und neben dem Platz.

Aber nun einmal ein ganz sachlicher Versuch: Wenn selbst die BILD schreibt, dass an diesem Gerücht gar nichts dran ist (und für diese realistische Einschätzung sogar Kritik(!) von einigen Fans einstecken muss), dann ist es einfach so.

Aus Sicht der FCB-Verantwortlichen: Cristiano Ronaldo wird im Laufe der kommenden Saison 38 Jahre alt, seine Leistungs- und Torkurve zeigte in den letzten Jahren, schon bei Juventus Turin und speziell 2021/22 bei ManUnited, klar nach unten. Der Transfer würde jüngeren Spielern die Chance nehmen und insgesamt viel Unruhe ins Team bringen. Wahrscheinlich würde er auch teamintern polarisieren. Würde er es akzeptieren in der Mannschaftshierarchie nicht oben zu stehen?

Der Wunsch des Portugiesen, auch 2022/23 in der Champions League zu spielen, ist nachvollziehbar. Das wird er aber sicherlich nicht in München tun. Den fantasievollen Schreiberlingen, die dieses sensationelle Transfergerücht in den Umlauf setzten, hat es auf alle Fälle massenhaft Clicks gebracht. Nun sollte aber hier zumindest wieder Ruhe und Vernunft eintreten.

Die Hoffnung

Möge die Sommerpause, das Sommerloch baldmöglichst zu Ende gehen. Gerüchte in allen Kategorien wird es natürlich auch danach noch geben … aber eben ein paar Prozent weniger, um alles erträglicher zu gestalten …

Ach ja: Die Nicht-Nationalspieler des FCB trainieren ab heute unter Julian Nagelsmann, in der kommenden Woche kommen die Nationalspieler peu à peu dazu … Hoffnung 😉

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