Matthijs de Ligt – die Bayern bekommen einen absoluten Führungsspieler

Die größte FCB-Transfer-Offensive nach 2007 – u.a. Franck Ribéry, Miro Klose, Luca Toni – geht weiter. Konnte man es bis vor Kurzem kaum glauben, dass die Bayern nach Noussair Mazraoui und Ryan Gravenberch auch einen Sadio Mané vom LFC loseisen können, ist ihnen nun laut übereinstimmenden Medieninformationen mit der Verpflichtung des holländischen Nationalspielers Matthijs de Ligt von Juventus ein weiterer Transfercoup gelungen: Für die stolze Ablösesumme von 70 Millionen Euro (+ mögliche 10 Millionen Euro Boni) wechselt der 22-jährige Weltklasse-Innenverteidiger von Turin nach München. Nach den Abgängen von Jerome Boateng, David Alaba (2021) und Niklas Süle ein weiterer wichtiger Baustein für zukünftig – sehr – erfolgreiche Bayern.

Trotz jugendlichen Alters bereits große internationale Erfahrung

Aus der berühmten Ajax-Talentschmiede kommend unterzeichnete Matthijs de Ligt bereits 2015 als 16-Jähriger seinen ersten Profivertrag beim holländischen Rekordmeister und debütierte in der Saison 2016/17 als 17-Jähriger in der holländischen Eredivisie. Obwohl er in jener Saison noch zwischen der U19 und den Profis hin- und her wechselte, hatte er bei den Ajax-Senioren bereits einen Stammplatz. Das verlorene Europa League Finale 2017 gegen Mourinhos Manchester United (0:2) war sein erstes großes internationales Endspiel – als 17-Jähriger war er bereits ein wichtiger Bestandteil des Teams, stand in der Startelf und spielte durch. Zum Vergleich: Der damals bereits 20-jährige Frenkie de Jong wurde erst kurz vor Spielende eingewechselt.

Zwei Monate vor dem Europa League Endspiel debütierte de Ligt bereits in der holländischen Nationalmannschaft, für welche er bis heute insgesamt 33 Einsätze (2 Tore) vorzuweisen hat.   

Ein Jahr später wurde er – 18-jährig – nach der Verletzung von Joël Veltman – im April 2018 zum jüngsten Ajax-Kapitän der Vereinsgeschichte. Im darauffolgenden Herbst bekamen es die Bayern in der Champions League Vorrunde mit Ajax Amsterdam zu tun und taten sich gegen die junge aufstrebende Mannschaft zweimal äußerst schwer – 1:1 in München, 3:3 in Amsterdam. Während die Bayern dann im Achtelfinale am späteren Sieger Liverpool (mit Sadio Mané) scheiterten, ging die Ajax-Reise nach sensationellen Siegen gegen den damaligen Titelverteidiger Real Madrid und Juventus Turin bis ins Halbfinale weiter. Torschütze zum entscheidenden 2:1 im Rückspiel gegen Juve: Der 19-jährige de Ligt per Kopfball. In den Halbfinalspielen gegen Tottenham Hotspur sah es bis in die Nachspielzeit des Rückspiels nach einem sensationellen CL-Finaleinzug von Ajax aus. Das Hinspiel in London hatte man 1:0 gewonnen, im Rückspiel in der Amsterdam-Arena führte man zur Halbzeit bereits mit 2:0. Ein lupenreiner Hattrick des brasilianischen Nationalspielers Lucas Moura beendete jedoch die Träume von de Ligt & Co ebenso spät wie abrupt.

Begehrte Ajax-Jungstars

Ebenso wie die Ajax-CL-Sieger 1995 – u.a. Clarence Seedorf, Patrick Kluivert, Edgar Davids – waren die jungen Ajax-Spieler, allen voran der „Golden Boy 2018“ de Ligt, nach der Saison 2018/19 mit den überragenden CL-Auftritten, aber auch dem holländischen Double bei vielen europäischen Topvereinen äußerst begehrt. Matthijs de Ligt war schon damals auf dem Radar der Bayern, den Zuschlag erhielt jedoch Juventus Turin für eine kolportierte Ablösesumme von 75 Millionen Euro (+ 10,5 Millionen Boni). Der damals 19-Jährige war damit einer der teuersten Abwehrspieler der Fußballgeschichte. Im Sommer 2019 war der FCB noch nicht ansatzweise bereit, eine derartige Summe für so einen jungen Spieler zu zahlen.

Führungsspieler und Vorzeige-Profi in jungen Jahren

Mit knapp 23 Jahren – Geburtsdatum 12. August 1999 – hat de Ligt bereits 165 Erstligaspiele auf dem Buckel:

Ajax (2016-2019):  77 Spiele (8 Tore)

Juventus (2019-2022): 87 Spiele (8 Tore)

Dazu kommen die bereits erwähnten 33 Länderspiele für die niederländische Elftal. Vorher bestritt er bereits von 2014-2016 für die U15 bis U19 der Niederlande insgesamt 33 Jugend-Länderspiele.

In Turin lief für de Ligt – in Coronazeiten – nicht immer alles vollkommen rund, eine langwierige Schulterverletzung bremste ihn zusätzlich einige Zeit aus. Trotzdem zeigte er bereits in sehr jungen Jahren absolute Führungsqualitäten. Er ist der Prototyp des modernen Innenverteidigers: Zweikampf- und kopfballstark, robust – 89 Kilogramm sind auf 189 cm bestens verteilt. Zudem schaltet er sich – technisch versiert – immer wieder ins Offensivspiel ein, ist für einen IV durchaus torgefährlich.

Matthijs de Ligt kombiniert in Bestform die Tugenden eines Jerome Boateng, David Alaba und Lucas Hernández – für die Bayern ist er eine absolute Verstärkung.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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