„Peinlich“ – hat Uli Hoeneß mit seiner „Attacke“ gegen Michael Ott doch recht?

… zumindest viel mehr als manche glauben mögen? 😉

Ein Kommentar von Petersgradmesser

Die JHV, der FC Bayern und der Katar-Sponsoring-Vertrag – für eine Fanseite schlichtweg ein unangenehmes Thema, auf welches einzugehen ich grundsätzlich wenig Lust hatte und habe, obwohl ich von mehreren Seiten nahezu gedrängt wurde. Egal wie man argumentiert, man wird anschließend sein Fett abbekommen – entweder von der absoluten Minderheit der strikten Katar-Gegner unter den Bayernfans und -mitgliedern oder von der absoluten Mehrheit der FCB-Fans und -mitglieder, die diesen Vertrag im Vertrauen auf die Verantwortlichen im Verein durchwinken und am liebsten von diesem Thema nie wieder etwas hören wollen. Nicht zuletzt dank der diesmal professionellen Vorarbeit der FCB-Bosse war die JHV am Samstagabend sogar bei diesem Thema eine relativ harmonische Veranstaltung – bis Michael Ott am Rednerpult erschien und vor allem Uli Hoeneß auf ihn – zur riesigen Freude der Boulevardmedien – reagierte.

Nach den gelungenen und durchaus zu gleichen Maßen kritischen wie versöhnlichen Wortmeldungen von Fabian Stammberger und Kutten Kini Udo Kienast betrat Michael Ott die Bühne. Für seine wenig überraschende Ankündigung, sich abermals dem Thema „Katar-Sponsoring“ zu widmen, erhielt er wesentlich mehr Buhrufe und Pfiffe als Beifall. Obwohl die vertretene FCB-Fanszene sicherlich alles andere als stumm war, bekam man zumindest im Livestream diesen Eindruck.

Ott tat kund, dass er natürlich wisse, dass das 3-köpfige FCB-Präsidium nicht persönlich für den Katar-Sponsoring-Vertrag verantwortlich ist, wendete sich aber trotzdem nicht an den Vorstandsvorsitzenden der AG, Oliver Kahn, sondern an die Herren Hainer, Mayer und Mennekes und zwar mit folgenden Worten:

Der stellvertretende katarische Botschafter hat vor wenigen Wochen auf einer DFB-Veranstaltung zu Katar vom FC Bayern gesprochen und sich ausdrücklich zunutze gemacht, dass unser Verein die Verhältnisse in Katar nicht kritisiert und keine konkreten Reformen einfordert. Um zu belegen, dass es in Katar keine großen Probleme gäbe, hat er gesagt, ich zitiere: „Warum kam der FC Bayern die letzten 4, 5 Jahre im Winter immer wieder ins Trainingslager nach Doha? Warum sagten sie nichts? Warum sagten sie nicht, dass sind in Doha waren und die Zustände entsetzlich waren? – Zitatende.

Er legt also nahe, dass der FC Bayern schon etwas sagen würde, wenn es Probleme in Katar geben würde und weil der FC Bayern nichts kritisiert, gäbe es daher keine Probleme. Unser Verein wird daher endgültig instrumentalisiert! Wir müssen dafür herhalten, dass Katar mit dem unkritischen Verhalten des FC Bayern auch noch hausieren geht. Das ist inakzeptabel.

In Folge dessen stellte Ott dem FCB-Präsidium die Frage, ob es persönlich die Verlängerung des Sponsoringvertrags vor diesem Hintergrund gut fände. Noch einmal: Der eigentliche Ansprechpartner wäre eigentlich Oliver Kahn gewesen. Aber natürlich war es geschickter, das zur anstehenden Wiederwahl anwesende Präsidium mit dieser Frage zu konfrontieren, wenn nicht sogar in die Enge zu treiben.

Zudem stellte Ott die Frage, warum dieser Äußerung des katarischen Botschafters seitens des Vereins nicht entgegen getreten wurde.

Unmittelbar im Anschluss an die Wortmeldung  von Michael Ott antwortete der FCB-Präsident Herbert Hainer auf die Fragen. Hainer versicherte dabei glaubwürdig, dass er den Zusammenhang bei der Rede des katarischen Botschafters nicht kenne, weil er bei jener DFB-Veranstaltung nicht dabei war. Er wies jedoch darauf hin, dass sowohl der erwähnte Katari als auch Ott beim Round Table Gespräch des FC Bayern anwesend waren und beendete seine Ausführungen mit: „Der FC Bayern schweigt nicht!“   

Mir selbst ist bei den Ausführungen von Ott spontan durch den Kopf geschossen, dass es doch extrem eigenartig ist, dass der Boulevard die von ihm zitierte Veranstaltung nicht zu Lasten des FC Bayern ausgeschlachtet hat. Bei einer offiziellen DFB-Veranstaltung … ist so etwas möglich?

Meine Recherchen ergaben, dass es sich um den Kongress zum Thema „Menschenrechte in Katar“ am 19. September 2022 in Frankfurt handelte. Fieberhaft suchte ich im Internet nach Beiträgen zu jener Veranstaltung, vor allem hinsichtlich der Erwähnung des FC Bayern.

In den nicht sehr üppig vorhandenen Beiträgen stand jedoch keineswegs der FCB im Fokus. Die meiste Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erlangte der Homosexuelle Dario Minden vom Fanbündnis „Unsere Kurve“ mit seiner Rede in Richtung katarischer Botschafter.

Der informativste Beitrag zu diesem Thema war der des Kölner Express, die entsprechenden Absätze zitiere ich hier wortwörtlich:

 „Scheich Abdulla Bin Mohammed bin Saud Al-Thani (62) klagte als Botschafter Katars über die Darstellung seines Landes. Er verwies auf die WM 2018 in Russland. „Wenn wir vier Jahre zurückgehen, war die WM in einem Land, die Krim war gerade eingenommen, Menschen im Gefängnis, unterdrückte Menschen, und da war keine Aufmerksamkeit aus Deutschland und nicht aus irgendeinem anderen Land in Europa“.

Sein Land stehe seit zwölf Jahren im Fokus und habe viele Veränderungen angestoßen. „Lasst uns fair sein, nicht nur auf ein Thema fokussieren. Wir heißen alle Menschen willkommen. Wir sind noch nicht perfekt. Es ist eine Reise, die sich nach der WM fortsetzen wird.“ Auch in Deutschland hätte zum Beispiel das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau viele Jahre in Anspruch genommen.

Der Botschafter wurde zornig angesichts der massiven Kritik an seinem Land. „Kommen Sie zu uns und genießen Sie den Fußball und die Kulturen. Treffen Sie Arbeiter im Bus, im Hotel, in Restaurants und fragen Sie sie, warum Bayern München seit Jahren dort ein Trainingslager absolviert. Ob sich ihr Leben durch die Jobs verändert hat.“

Richtung Medienvertretern forderte er: „Sprechen Sie vor Ort mit den Menschen oder halten Sie den Mund. Sie haben die Möglichkeit, dort mit Menschen zu sprechen und sich nicht hinter der Hecke zu verstecken. Hinter geschlossenen Türen sagen Sie das eine, außerhalb etwas anderes.

Nach seinen Informationen würden 70.000 Deutsche zur WM nach Katar reisen. Sie sollen sich selbst ein Bild machen. Zudem kündigte er abermals an, dass sich das Emirat um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2032 bewerben will, nachdem man schon zweimal gescheitert war.

Nachdem der Botschafter seinen Vortrag beendet hatte, gab es nur wenig Applaus, aber auch einzelne Buh-Rufe, beispielsweise von Andreas Rettig (59), dem früheren DFL-Geschäftsführer…“ 

Der gesamte Beitrag: https://www.express.de/sport/fussball/dfb-kongress-zum-thema-menschenrechte-in-katar-gestartet-109900?cb=1666085111780

Der Scheich kommt in der Tat dabei wenig sympathisch rüber, Rettig peinlich … 😉

Mehr Informationen als in diesem Beitrag konnte ich nirgendwo finden – sollte jemand ausführlichere zur Verfügung haben: Gerne her damit! 😉

Wenn diese (mir zur Verfügung stehenden) Aussagen des katarischen Botschafters die kompletten waren, die er zum Thema FC Bayern in diesem Kontext gebracht hat, dann hat Herr Ott – meiner Meinung nach – zwar sehr fantasievoll aber auch ziemlich dreist interpretiert und damit versucht, das FCB-Präsidium in der Öffentlichkeit bloß zu stellen.

Dreist – oder doch peinlich? Und jetzt kommt Uli Hoeneß ins Spiel …

Der Ehrenpräsident des FC Bayern vor – leider – wie immer lauernden Journalisten irgendwo in den Gängen des Audidomes zu Michael Ott: „Ihr Auftritt war peinlich! Das ist der Fußballklub Bayern München und nicht die Generalversammlung von Amnesty International! Das müssen Sie mal lernen“.

In den Medien gab es folglich fast nur noch ein Thema – passend dazu die Überschrift des Stern: „Böse Worte“: Bayern-Kritiker Michael Ott bleibt sich treu und wird zum Uli-Hoeneß-Pöbel-Opfer“!!Da weiß man auch fast schon nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll.  Apropos peinlich: Die große Mehrheit der Medien schrieb in diesem Kontext immer von den Bayernfans auf der JHV. Korrekt wäre FC Bayern Mitglieder gewesen, denn nur diese haben auf einer JHV eines Vereins Zutritt. Und wenn das kritische Bayern-Mitglied Michael Ott nun schon in aller Öffentlichkeit als Bayern-Kritiker tituliert wird, dann sind die Forderungen der zahlreichen FCB-Fans- und –Mitglieder, Ott möge aus dem Verein ausgeschlossen werden, vielleicht doch ein bisschen nachvollziehbarer … 😉

OK – ich möchte dieses durchaus sehr ernste Thema jetzt nicht ins Lächerliche ziehen. Aber journalistisch ist dies längst ohne mein Zutun passiert. Auch wenn ein junger Sportjournalist aus der deutschen – nicht hier eigentlich maßgeblichen bayerischen – Hauptstadt, laut eigener Aussage FCB-Fan, auf Twitter behauptet: „Die ganzen Buzzwords wie „Dialog“, „nehmen unsere Mitglieder ernst“, „Meinung ist uns wichtig“, „denken darüber nach“ usw. können sie sich einfach auch klemmen, wenn sie hinterher ihr wahres Gesicht derart entblößen. Hoeneß spricht doch nur aus, was Hainer und Co. denken…“ Ist ja noch nie vorgekommen, dass ein emotionaler Uli H. nicht ganz im Sinne seiner Kollegen agiert und gesprochen hat! 😉

Es ist wirklich schade, dass eine eigentlich gute Veranstaltung medial auf diesen emotionalen Wutausbruch des Ehrenpräsidenten reduziert wird: Das Präsidium zeigte sich im Jahresvergleich nicht nur geläutert, sondern stark verbessert. Oliver Kahn habe ich in der Öffentlichkeit noch nie so brillant erlebt wie am Samstag. Es gab ausgezeichnete Wortmeldungen – neben den bereits erwähnten im Speziellen der FCB-Siegertyp aus Siegen. Es ist durchaus auch schade, dass Michael Ott nicht auf Inhalt und Wahrheitsgehalt überprüft worden ist, sondern jetzt nur noch als Pöbel-Opfer bedauert wird.

Laut Stern „marschierte der 70-Jährige (Hoeneß danach) ab – ohne auf eine Antwort von Ott zu warten. „Ich habe ihm noch gesagt, auch der Fußballklub Bayern München sollte sich an die Menschenrechte halten“, so der Bayern-Fan(!!), der Hoeneß‘ schnellen Abgang „schade“ fand, „weil wir eigentlich einen sachlichen Dialog geführt haben“.

Geht man hier auf den Inhalt ein, kann man sich durchaus auch darüber wundern, dass Ott im Eifer des Gefechts seinen Verein schon einmal mit dem Wüstenstadt verwechselt oder zumindest gleichsetzt – „der Fußballklub Bayern München sollte sich an die Menschenrechte halten“!! Hält sich der FCB also seiner Meinung nach nicht an die Menschenrechte? Ist auch dieser Satz keinem Journalisten etwas komisch vorgekommen? Nur weil es bedeutender war, zu berichten, dass der Uli abmarschiert ist …

Interessant noch die Meinung eines durchaus häufig in der Öffentlichkeit stehenden FCB-Mitglieds (und –fans) am nächsten Tag beim Spiel gegen Freiburg zum Standing von Michael Ott in der aktiven Fanszene. Da diese auch zu den großen Gegnern des Katar-Sponsoring-Vertrags zählt, nutzt ihr natürlich die mediale Aufmerksamkeit von Ott in dieser Angelegenheit. Wirklich respektiert scheint er aber nicht zu werden.

Was auch immer Uli Hoeneß an Michael Otts Vortrag peinlich fand, es liegt immer im Auge des Betrachters, wer was als peinlich empfindet. Die Medien fanden, dass dies vor allem auf Hoeneß zutraf. Ich finde, dass die mediale Aufarbeitung in ihrer Oberflächlichkeit peinlich war … und es gibt sicherlich Leute, die diesen Beitrag peinlich finden …

Titelbild: Uli Hoeneß 1974 in seinem vielleicht besten Fußballspiel – hier im Stadionumlauf dargestellt.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

7 Kommentare zu „„Peinlich“ – hat Uli Hoeneß mit seiner „Attacke“ gegen Michael Ott doch recht?

  1. Dein Hinweis darauf, dass Ott mehr Buhrufe als Zustimmung erhalten hat, ist doch der springende Punkt. Zum wievielten Mal lassen wir Bayernfans uns da jetzt von der Sensationspresse vorführen, die so tut als wären „die (alle?) Bayernfans“ genau der Meinung dieses Ott und seiner Schickeria / Club12 Spezeln? Warum traut sich die Bayern-Fanmehrheit schon nicht mehr, zum Verein zu stehen?

    Leider hat die Querulantenfraktion auch dieses Mal ihr Ziel erreicht. Denn an sich geht es bei FC Bayern auf der Jahreshauptversammlung um mehr und um anderes als um die 15 Mio. eines Ärmelsponsors. Aber nur darüber wird berichtet. Darum hat Uli Hoeness auch recht. Herr Ott soll seine Themen bitte auf den passenden Veranstaltungen strapazieren.

    Ich spüre seit längerem eine Entfremdung von mir zu meinem Verein (und das nach ca. 50 Jahren Fandasein). Festzumachen an der selbstverliebten Schickeria, an Herrn Ott und auch am schwachen Präsidenten Hainer, der immer nur selbst möglichst gut dastehen will und alles, was schwierig ist, umschifft. Wir brauchen einen Präsidenten, der dieses blöde Thema endlich vom Tisch bekommt. Wenn es sein muss, mit einem Mitgliederentscheid. Statt dessen wird jedes Jahr aufs Neue geeiert. Der FC Bayern wird momentan leider von Personen geleitet, die eines nicht (oder nicht mehr) haben: Das Bayern-Gen.

    1. Michael Ott und die Schickeria / C12 sind ganz sicher keine Spezln. Ich habe das (offensichtliche) Verhältnis geschildert.

      Für die Schickeria hat übrigens Fabian Stammberger eine bemerkenswert gute Rede gehalten … Die Schickeria hat ein wesentlich besseres Verhältnis zum Verein als andere Ultra-Gruppierungen. Du arbeitest dich an den falschen ab.

      PS: Hast du selbst die JHV im Livestream gesehen?

      1. Ich halte es für Zeitverschwendung, mir Gedanken zu machen ob es zwischen diesen selbstverliebten „Grüppchen“ Gemeinsamkeiten oder Unterschiede gibt. Dieser Ott befindet sich auf einer Mission, und Schickeria & Consorten sind die Wegbereiter dieser Mission.

        Wenn es darum geht, sich Woche für Woche zu werweißwelchen Themen zu äußern, die nichts mit Fußball und sehr viel mit Selbstüberschätzung und Wichtigtuerei der Protagonisten zu tun haben, ist doch gerade die Schickeria ganz vorne mit dabei. Seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten. Das ist nicht meine Welt. Und das ist der Grund, warum ich meinen Verein verloren habe (und ihn, nach Stand der Dinge, auch nicht wiederfinden werde).

        Wenn Bayern diese Figuren nicht bald loswird, werden wir in spätestens 10 Jahren eine von einem Golfstaat (vielleicht die „Emirate“, das liegt gleich neben Katar) gesponsorte „LIV-professional-football-Superleague“ haben. Dann wird es auch keinen FC Bayern München e.V. mehr geben, sondern nur noch einen AG mit Sitz in der Schweiz (oder eine Limited mit Sitz in Singapur). Leute wir Herr Ott müssen sich dann überlegen, ob sie zum TSV 1860 konvertieren und zukünftig dort ihre Reden schwingen, oder ob sie endlich die Klappe halten.

        Hoeness hat recht. Ott ist peinlich (so wie auch die anderen so genannten „Ultras“ peinlich sind). Aber warum ist keiner mehr in der Vereinsführung, der dieses Problem lösen kann? Nachdem man im Vorjahr die JHV komplett in die Grütze geritten hat, hatte man jetzt ein volles Jahr Zeit, etwas vorzubereiten. Warum stellt sich der Herr Hainer, der sich ja so gerne selbst reden hört, nicht hin und verkündet: „Wir warten jetzt noch die WM ab, und danach können alle Bayern-Mitglieder – also knapp 300.000 und nicht nur die fünf Hanseln um den Herrn Ott oder die 150 aus der Schickeria – abstimmen wie es mit Katar weitergeht“? Er ist eben nur ein Konzernhansel und kein Präsident – ein Präsident hat den Mumm und traut es sich zu, seinen Mitgliedern auch mal zu sagen was für den Verein gut ist und was für ihn nicht gut ist.

        Und zu Deiner Abschlussfrage: Nein, natürlich habe ich mir die JHV nicht im stream angetan. Es gibt zum Glück noch andere Sportarten, für die ich meine Zeit weit lieber aufbringe.

      2. „Nein, natürlich habe ich mir die JHV nicht im stream angetan….“
        Bei so großen scharfen Worten wäre es aber ratsam gewesen …

        Du forderst in gewisser Weise eine Rückkehr zu autoritären „Vereinsbossen“ wie Landauer und Neudecker … beide sind übrigens „gestürzt“ worden und haben sich dann für einige Zeit beleidigt zurück gezogen …
        Andere (Sonnen-)Götter auf diesen Posten (Kaiser und Uli) sind in den letzten Jahren (medial) auch demontiert worden …
        4 unserer 6 Ehrenpräsidenten …

        Hainer wird in der Erinnerung mit größter Wahrscheinlichkeit nie in dieser Riege zu finden sein, aber er hat sich dennoch zuletzt „gemausert“ … siehe auch die JHV am Samstag.
        An einem Präsidenten, der einmal etwas weniger laut ist, wird das Erfolgsmodell „FC Bayern“ nicht scheitern, nicht kurz- und nicht langfristig. Zumal der AG-Boss (Kahn) insgesamt sowieso mehr zu sagen hat.

  2. Das Thema „Katar-Sposoring“ ist mir ebenfalls ein Dorn im Auge. Der Verein täte gut daran, den Vertrag nicht zu verlängern und das Thema vom Tisch zu bringen (dem Herrn Ott kann ich argumentativ zum Teil übrigens schon folgen). Und ja, Peter, du hast auch Recht, dass die Medien sich mal wieder nur den Sensations-Mist herauspicken um Quote zu machen, das kennt man ja leider. Und nein, Uli Hoeneß hat mit dem „peinlich“-Gepöbel definitiv keine gute Figur gemacht! Aber so emotional aufbrausend ist er mir immer noch lieber als wie wenn er gar nichts sagt, es sei ihm verziehen.

    1. Mir geht es mit dem Vertrag so, wie einleitend im Artikel selbst beschrieben …

      „Der Verein täte gut daran, den Vertrag nicht zu verlängern und das Thema vom Tisch zu bringen … “ Da bin eher der Meinung (wie hier schon angesprochen), dass man das Thema vom Tisch bringen kann, wenn man ALLE MITGLIEDER befragt. Dabei rechne ich dann allerdings eher mit einer ganz klaren Mehrheit, die den Katar-Deal gutheißen wird.

      Insgesamt finde ich es aber auch erstaunlich, dass der Inhalt der Ott-Rede vom Samstagabend nicht hinterfragt wurde. In allen Diskussionen wird nur auf vorher bekannte Dinge eingegangen …

      Alle Mitglieder abstimmen lassen, dann ist Ott Geschichte, Uli hat einen Grund weniger, sich aufzuregen und die Medien eine Gelegenheit weniger zu „schmieren“ …

      Persönlich finde ich, dass zwar eigentlich nie und nimmer eine WM in Katar stattfinden sollte, aber das permanente Draufhauen auf ein Land, welches im Gegensatz zu gefühlt 95% aller anderen Länder sich in eine positive Richtung bewegt (wenn auch – sehr – langsam), ist aberwitzig. Mir machen die Entwicklungen in Russland, China, aber auch in vielen europäischen Ländern viel mehr Sorge …

      Und man sollte auch endlich mit dem Mythos der 6500 Toten auf WM-Baustellen aufräumen, ohne dass man damit schlechte Arbeitsbedingungen auf Baustellen etc. gutheißen will.
      In einem gewissen Zeitraum (10 Jahre?) sind in Katar 6500 Gastarbeiter – die Ursachen waren ganz unterschiedliche – verstorben. Nur ein ganz ganz kleiner Prozentsatz hat auf den WM-Baustellen gearbeitet. Ich habe auch einmal aus einer seriösen Quelle gehört, dass im Vergleich in Deutschland in diesem Zeitraum bei den gleichen Altersstufen sogar eine höhere Mortalität besteht …

  3. Ich schreibe dies aus Namibia. Ich habe mir auf Youtube die JHV angeschaut (ebenso wie die Letzte) und ich habe ein paar Anmerkungen. Dabei möchte ich jetzt hier nicht auf die Aussagen von den Protagonisten kommentieren, sondern auf Grundsätzliches.

    Kein anderer Fussballklub, der heutzutage und konstant auf unserem Level spielt, hat ein Forum (eben diese JHV) wo jedes Mitglied sich nicht nur äussern kann, jedoch aber mitbestimmt, wer den Verein leitet.

    Viele Fans vertreten diesen Standpunkt: “Sport hat nichts mit Politik zu tun“ oder „Politik hat im Sport nichts zu suchen”. Diese Menschen nenne ich Erfolgsfans, weil sie es ignorieren, dass (sportliche) Wettbewerbe und Höchstleistungen ein Umfeld erfordern, welches nur von der “Gesellschaft” bereit gestellt werden kann. So etwas geht natürlich nicht ohne “Entscheidungsträger“, also Politiker.

    Die sicherlich beste Wortmeldung kam von dem Siegener Mitglied, der dazu aufrief, die Dinge nicht nur “schwarz und weiss” zu beurteilen, sondern stattdessen die Komplexität der Sache im Auge zu behalten und dementsprechend auch sachlich miteinander zu diskutieren.

    Es ist auch eine Tatsache, dass alleine der beständige Erfolg unseres FCB polarisiert: Erfolg macht neidisch. Dieses wird dann auch gerade von den (Boulevard-) Medien benutzt, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken (sprich: den Umsatz zu steigern) und Einfluss zu nehmen, jedoch aber ohne Verantwortung zu übernehmen. Sowas ist nenne ich “Politik” oder genauer: Meinungsmache.

    Zum Thema Katar: gerade jetzt, wo die (mit Recht kontroverse) WM dort in wenigen Tagen beginnt, wäre es von den Verantwortlichen unklug, sich momentan hierzu festzulegen.

    Zum Ablauf der JHV: ich habe die Veranstaltung mit (lokalen / namibischen) Bayernfans angeschaut (und simultan übersetzt: es gab keine Untertitel während der Übertragung). Diese Fans waren beeindruckt von der Art und Weise, wie diese Themen behandelt wurden und besonders auch von dem Ablauf der Abstimmungen. So etwas ist absolut nicht selbstverständlich!

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